Wenn’s kracht, wackelt oft ein ganzes Haus: Serie von Geldautomaten-Sprengungen im Unterallgäu – Muster, Täter, Maßnahmen

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In der Nacht auf den 12. November 2025 erschütterte eine Explosion den Ortsteil Haselbach, ein Ortsteil von Eppishausen: Unbekannte sprengten einen Geldautomaten der VR-Bank, flüchteten in einem dunklen Fahrzeug, das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) übernahm die Ermittlungen. Verletzt wurde niemand – doch der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Taten in der Region ein.

Regionale Fälle im Überblick (Ausschnitt)

  • Eppishausen (UA, 12.11.2025): Sprengung in einem Wohn-/Geschäftshaus, Täter flüchten, Zeugenaufruf des BLKA.

  • Bad Wörishofen (UA, 10.01.2025): Brachialer Aufbruch im Kurhaus, Geldkassetten entwendet.

  • Erkheim (UA, 19.01.2023): Sprengung in Sparkassen-Filiale, Flucht mutmaßlich zur A96.

  • Stetten (UA, 02.12.2022): Sprengung, Flucht im dunklen Pkw Richtung A96.

  • Kaufering (LL, 17.03.2024): Sprengung eines VR-Automaten, Zeugenaufruf der Kripo.

  • Vöhringen (NU, 11.07.2024): Zwei gesprengte Automaten, vier Täter, Flucht Richtung A7.

  • Altenstadt/Iller (NU, 24.07.2024): Erneut zwei Sprengungen, Gebäudeteile beschädigt.

Auffällig: Die meisten Taten ereignen sich nachts, in Autobahnnähe (A96/A7), mit leistungsstarken Fluchtwagen – ein Muster, das Ermittler seit Jahren beobachten.

Schaden vs. Beute: ein teures Geschäft – für alle anderen

Sprengungen hinterlassen in Sekunden Sachschäden, die die Beute deutlich übersteigen: zerborstene Fenster, zerstörte SB-Zonen, bis hin zu statikrelevanten Schäden. Behörden berichten zudem von einem gefährlichen Trend: feste Explosivstoffe statt Gasgemisch, teils mehrere Ladungen pro Tat – mit entsprechend massiver Zerstörungswirkung.

Tätergruppen: hochmobil und professionell

Die Polizei spricht von professionell agierenden Banden mit internationaler Vernetzung. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit – u. a. mit den Niederlanden – wurde in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. Regelmäßige Aktionstage, Razzien und Fahndungsmaßnahmen sollen Serien frühzeitig brechen.

Maßnahmen von Polizei und Banken

  • Zuständigkeit: Vor Ort agiert das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West; bei Sprengungen führt das BLKA (Spurensicherung, Explosivstoffanalyse) und übernimmt die Ermittlungen.

  • Technik/Prävention der Banken: Farbpatronen (Färbung des Bargelds), Vernebelungs-/Nachtsicherungssysteme, teils geschlossene SB-Zonen in Nachtstunden.

  • Abstimmung: Beim jährlichen „Bayerischen Bankengespräch“ werden Lagebilder, Technik und Prävention gebündelt – Entwarnung gibt es nicht, aber die Fallzahlen konnten teils gedrückt werden.

Was Anwohner und Zeugen wissen sollten

  • Sicherheitsabstand halten – 110 wählen. Nach einer Explosion können Gebäudeteile instabil sein; Sprengstoffreste sind gefährlich.

  • Hinweise melden: Verdächtige Fahrzeuge/Personen, laute Knalle in der Nacht, Beobachtungen an Filialen/SB-Zonen sofort der Polizei melden.

  • Tatorte an Verkehrsachsen: Autobahnnahe Orte (z. B. A96/A7) begünstigen schnelle Fluchten – auffällige dunkle, hochmotorisierte Fahrzeuge sind besonders relevant.

 

Eppishausen/Haselbach: Geldautomat gesprengt – Täter flüchten in dunklem Fahrzeug

 

Bad Wörishofen | Geldautomat im Kurhaus aufgebrochen und ausgeraubt

Erkheim | Sprengung Geldautomat: Bande dürfte keinen Spaß am Geld haben

Stetten (A96) | Geldautomat in die Luft geflogen – Täter entkommen unerkannt

Vöhringen | Zwei Geldautomaten gesprengt – Kripo sucht Zeugen

Altenstadt/Iller | Unbekannte sprengen Geldautomaten – Kripo sucht Zeugen

 

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