Neu-Ulm/Bayern warnt: Tote und Vergiftungen nach „Forschungschemikalien“ – IC-26 (Methiodon) im Fokus

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Erneut registrieren die Behörden Todesfälle und akute Vergiftungen im Zusammenhang mit sogenannten Research Chemicals. Im Fokus steht aktuell IC-26 (Methiodon) – ein Methadon-Derivat mit opioid-typischen Wirk- und Nebenwirkungen, das weiterhin über Online-Shops als „Forschungschemikalie“ vermarktet wird.

Bereits im Februar 2025 hatten mehrere Behörden – darunter das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) – vor den unkalkulierbaren Folgen des Konsums gewarnt. Nun liegen erneute schwere Vorfälle vor:

  • 25. Mai 2025: Ein 43-Jähriger verstirbt nach Konsum im Zuständigkeitsbereich der KPI Neu-Ulm.

  • 7. Juni 2025: Ein 20-Jähriger wird im Bereich der KPI Ansbach tot aufgefunden – IC-26 war todesursächlich.

Zusätzlich mussten mehrere Konsumenten nach Bewusstseinsverlust und anderen akuten Symptomen medizinisch versorgt werden. Gutachten belegen in mehreren Fällen nicht nur den Nachweis der Substanzen im Körper, sondern auch deren kausale Rolle für den Tod. Das bestätigen die ermittelnden Kriminalpolizeidienststellen.

Warum IC-26 und andere „Forschungschemikalien“ so gefährlich sind

  • Unklare Rechtslage: Viele Stoffe zählen zu Neuen psychoaktiven Stoffen (NpS) und sind in Deutschland nur teilweise vom BtMG oder NpSG erfasst.

  • Unkalkulierbare Dosierung: Für manche Substanzen genügen wenige Milligramm zur Einzeldosisgeringe Überdosierungen können lebensgefährlich sein.

  • Hochriskante Wechselwirkungen: In Kombination mit Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen sind Effekte nicht vorhersehbar.

  • Täuschende Vermarktung: Der Online-Verkauf als „nur für Forschung“ suggeriert Sicherheit, die nicht existiert.

Deutliche Warnung der Behörden

Das LKA Bayern warnt eindringlich vor dem Konsum dieser Chemikalien mit rauschgiftähnlicher Wirkung. Wirkung, Reinheit und Konzentration schwanken stark; Substitutions- oder Schmerzmittel-ähnliche Effekte können zu Atemdepression, Bewusstlosigkeit und Tod führen.

Hinweis: Wer gesundheitliche Beschwerden nach Konsum verspürt, soll umgehend den Notruf (112) wählen und – wenn möglich – Proben/Verpackungen für die medizinische Behandlung bereithalten. Zeugen von Notlagen sollten sofort Erste-Hilfe leisten und Rettungskräfte informieren.

Prävention: Keine Bestellungen in „Research-Chemical“-Shops, keine Selbstmedikation oder Mischkonsum. Bei Suchtproblemen Hilfe annehmen (z. B. Suchtberatungsstellen in der Region).

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