Oktoberfest in München: Polizei zieht Halbzeitbilanz – Mehr Straftaten, aber friedliche Wiesn-Stimmung

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Halbzeit beim 190. Oktoberfest: Nach acht von 16 Festtagen hat die Münchner Polizei ihre Bilanz vorgestellt. Trotz eines Anstiegs der registrierten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Wiesn 2025 insgesamt friedlich und sicher – vor allem dank Videotechnik, konsequenter Strafverfolgung und hoher Zivilcourage der Besucherinnen und Besucher.

Bislang kam es zu 833 Polizeieinsätzen (2024: 901), darunter zahlreiche Meldungen zu Körperverletzungen und randalierenden Personen. Besonders im Fokus: Sexualdelikte (33 Fälle, davon drei mutmaßliche Vergewaltigungen) und Gewaltkriminalität (134 Körperverletzungen). Bei den Tätern spielte Alkoholkonsum eine große Rolle.

Auffällig ist der starke Anstieg bei Trunkenheitsfahrten: Insgesamt 285 Fälle wurden registriert (2024: 164), davon 172 mit E-Scootern. Zudem kam es zu 15 Unfällen unter Alkoholeinfluss. Wer betrunken fährt, riskiert in der Regel den Führerscheinentzug.

Auch Videoüberwachung spielt eine wichtige Rolle: 54 Kameras auf dem Festgelände unterstützen die Polizei bei Ermittlungen. Mehr als 90 Einsätze wurden so direkt begleitet, 15 Straftaten konnten durch die Technik unmittelbar festgestellt werden.

Polizeipräsident und Einsatzleitung betonen: Eine schnelle Verständigung über den Notruf 110 oder direkte Ansprache vor Ort sei entscheidend für schnelle Hilfe und effektive Strafverfolgung. Besucherinnen und Besucher werden erneut zu Zivilcourage aufgerufen: Nicht wegsehen, sondern Polizei und Sicherheitspersonal informieren.

Trotz des Anstiegs bei Straftaten (414 Anzeigen, 2024: 317, 2023: 479) bleibt die Wiesn-Stimmung entspannt. Ein Tötungsdelikt wurde nicht verzeichnet. Die Polizei kündigt weiterhin konsequente Maßnahmen gegen Gewalt, Diebstahl und Sexualdelikte an.

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