Betrug mit falscher Finanzberatung: Polizei warnt vor professionell organisierten Anrufen
Eine 74-jährige Frau aus Illertissen wurde Opfer eines massiven Anlagebetrugs. Sie erstattete am 31. Juli 2025 Anzeige bei der Polizei Illertissen, nachdem sie über mehrere Monate hinweg von einem unbekannten Mann kontaktiert und systematisch getäuscht worden war.
Der Anrufer gab sich als angeblicher Mitarbeiter der Stuttgarter Börse aus und bot der Seniorin eine professionelle Finanzberatung an. Gutgläubig ging die Frau auf das Angebot ein – ein Schritt, der sie am Ende über 100.000 Euro kostete.
Überweisungen auf Schweizer Konto und Krypto-Konto
Im Laufe der angeblichen Beratung wurde die Frau dazu gebracht, ein neues Konto zu eröffnen, auf das sie in mehreren Etappen hohe Geldbeträge überweisen sollte. Auf Anweisung des Betrügers eröffnete sie sogar ein Konto in der Schweiz, auf das schließlich die gesamte Summe überwiesen wurde.
Später sollte sie zusätzlich ein Kryptowährungskonto einrichten. Dort wurde ihr suggeriert, dass sich ihre Investition angeblich stark vervielfacht habe – eine klassische Täuschungsmasche, um weiteres Vertrauen aufzubauen.
Forderung nach „Gebühr“ bringt Betrug ans Licht
Als die Seniorin einen Teil ihres angeblichen Gewinns abheben wollte, wurde sie aufgefordert, vorab eine „Gebühr“ im fünfstelligen Bereich zu zahlen. Dies weckte ihren Verdacht – und sie wandte sich an die Polizei.
Die Ermittlungen wurden an die Kriminalpolizei Neu-Ulm übergeben. Da die Geldtransfers bereits vor mehreren Monaten erfolgt sind, besteht keine Möglichkeit der Rückbuchung mehr. Die Ermittler warnen eindringlich vor ähnlichen Fällen und rufen zur Vorsicht bei Investmentangeboten per Telefon auf.
Polizei rät zur Vorsicht bei unbekannten Finanzangeboten
Die Polizei betont: Kein seriöser Finanzdienstleister kontaktiert Kunden unaufgefordert per Telefon, noch fordert er Gebühren im Voraus für angebliche Gewinnabhebungen. Besonders ältere Menschen sind oft Ziel solcher perfide organisierten Betrugsmaschen.







