Vergiftete Greifvögel bei Simbach: Polizei ermittelt wegen Umweltverbrechen

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Ein schwerwiegender Umweltverstoß erschüttert die Region: In einem Waldstück bei Simbach wurden innerhalb weniger Tage insgesamt 15 tote Vögel, darunter streng geschützte Greifvogelarten wie Rotmilane, aufgefunden. Auch Krähenarten und Kolkraben gehören zu den Opfern.

Die Polizeiinspektion Landau a.d.Isar leitete in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) umfangreiche Ermittlungen ein. Rund 35 Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei suchten das Gebiet systematisch ab. Zwei weitere Kadaver wurden zuletzt am Mittwochmittag entdeckt.

Vergiftung durch Köder – erste Analyse bestätigt den Verdacht

Ein erstes Gutachten des LGL bestätigte nun die schlimmsten Befürchtungen: Rückstände eines hochwirksamen Giftes wurden in den untersuchten Tierkadavern nachgewiesen. Die Tiere starben offenbar durch ausgelegte Giftköder. Die genaue Art des Giftes ist noch unklar und wird derzeit weiter analysiert.

Strenger Schutz der Greifvögel – hohe Strafen möglich

Laut Bundesnaturschutzgesetz sind Greifvögel besonders geschützt. Jagd, Fang oder Tötung sind strafbar und können mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden.

Hinweise für mögliche Straftaten

Die Behörden weisen darauf hin, dass nicht jeder tote Greifvogel Opfer eines Verbrechens ist. Auffällige Merkmale, die auf eine gezielte Tötung hindeuten können, sind unter anderem:

  • Mehrere Kadaver in räumlicher Nähe

  • Fleischreste oder Köder in der Umgebung

  • Verfärbungen am Schnabel oder Gefieder

  • Verkrampfte Füße oder sichtbare Verletzungen

Verhalten bei Verdachtsfällen

Die Polizei bittet die Bevölkerung um besondere Aufmerksamkeit. Bei Verdachtsmomenten gilt:

  • Kadaver nicht berühren oder mitnehmen

  • Fundort markieren und möglichst fotografieren

  • Unverzüglich Polizei informieren

  • Wenn möglich, bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte vor Ort bleiben

Zeugen dringend gesucht

Zur weiteren Aufklärung bittet die Polizei Landau a.d.Isar um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Beobachtungen gemacht hat oder ungewöhnliche Aktivitäten im fraglichen Waldgebiet festgestellt hat, wird gebeten, sich unter Tel. 09951/9834-0 zu melden.

UPDATE

Verdacht auf Vergiftung: Tote Greifvögel in Niederbayern entdeckt

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