Die aktuelle Verkehrsunfallbilanz des Polizeipräsidiums Ravensburg für das erste Halbjahr 2025 zeigt einen besorgniserregenden Negativtrend, insbesondere bei den Unfällen mit Personenschäden. Zwar blieb die Gesamtanzahl der registrierten Verkehrsunfälle mit 8.768 Fällen nahezu auf Vorjahresniveau (2024: 8.844), jedoch stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten um 13 Prozent auf 1.207. Besonders tragisch ist der Anstieg der Verkehrstoten von 12 auf 19.
Zunahme bei Zweiradunfällen alarmierend
Einen besonders starken Zuwachs verzeichneten Unfälle mit motorisierten und nicht motorisierten Zweirädern:
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Motorradfahrende: 37 Schwerverletzte (+32 %)
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Radfahrende: 71 Schwerverletzte (+22 %)
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Pedelec-Fahrende: 41 Schwerverletzte (+46 %)
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E-Scooter-Unfälle: 55 Gesamtunfälle (+83 %)
In der Hälfte der Fälle waren die Schwerverletzten alleinbeteiligt, was auf Fahrfehler, mangelnde Routine, Alkohol- oder Drogenkonsum sowie überhöhte Geschwindigkeit hinweist.
Cannabis als zunehmendes Risiko
Neben Alkoholeinfluss ist auch die Zahl der THC-bedingten Verkehrsunfälle angestiegen – von zwei im Vorjahreszeitraum auf zehn. Polizeipräsident Uwe Stürmer führt dies teilweise auf die Teillegalisierung von Cannabis zurück und betont die Notwendigkeit, auch hier präventiv und kontrollierend tätig zu werden.
Appell der Polizei: Aufmerksamkeit, Rücksicht und Nüchternheit
Polizeipräsident Stürmer richtet einen eindringlichen Appell an alle Verkehrsteilnehmenden: „Keine Knautschzone bedeutet höchste Eigenverantwortung. Fahren Sie nur nüchtern, achten Sie auf Sichtbarkeit, nutzen Sie Fahrradhelme und lassen Sie sich nicht ablenken.“ Besonders das Tragen von reflektierender Kleidung, Licht an Zweirädern und ein regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr könnten viele Unfälle verhindern.
Verstärkte Prävention und Kontrollen angekündigt
Um der Entwicklung entgegenzuwirken, kündigt das Polizeipräsidium verstärkte Überwachungsmaßnahmen im Zweiradbereich an. Auch bewährte Präventionsmaßnahmen wie die Crashbike-Aktionen und Fahrradstreifen im Bodenseekreis sollen intensiviert werden. Dennoch betont Stürmer: „Ohne Eigenverantwortung und Rücksichtnahme bleibt jede Maßnahme Stückwerk.“









