Am Mittwochabend, 04.06.2025, wurde gegen 20:25 Uhr bekannt, dass eine Passagiermaschine von Ryanair unwetterbedingt in schwere Turbulenzen geraten war und der Pilot sich deshalb für eine Sicherheitslandung entschieden hatte.
Da aufgrund der Wetterlage eine Landung am Flughafen München nicht möglich war, wurde der Flug nach Memmingen umgeleitet. Dort landete das Flugzeug um 20:44 Uhr sicher und ohne weitere Zwischenfälle.
An Bord der Maschine befanden sich 179 Passagiere sowie sechs Crewmitglieder.
Durch die Turbulenzen wurden insgesamt acht Personen im Alter zwischen zwei Jahren und 59 Jahren verletzt. Eine 59-jährige Frau klagte über Rückenschmerzen. Eine weitere Frau zog sich eine Kopfplatzwunde zu, ihr zwei Jahre altes Kleinkind erlitt Prellungen. Die drei Personen wurden zur Behandlung vom alarmierten Rettungsdienst ins Klinikum nach Memmingen verbracht, die anderen Verletzten konnten nach ambulanter Behandlung vor Ort entlassen werden. Vorsorglich wurden alle Passagiere durch den Rettungsdienst auf Verletzungen hin überprüft.
Da ein Weiterflug durch das Luftamt Südbayern nicht genehmigt wurde, organisierte die Fluggesellschaft Busunternehmen, welche die Passagiere nach Mailand verbringen.
Im Einsatz waren die Feuerwehr Memmingerberg, die Kreisbrandinspektion Unterallgäu und zahlreiche Kräfte des Rettungsdienstes.
(Hinweis: Die Polizei hat die Verletztenanzahl von neun auf acht korrigiert am Donnerstagmittag.)
Der Unterschied zwischen einer Sicherheitslandung und einer Notlandung liegt hauptsächlich in der Schwere der Situation und der Dringlichkeit der Landung. Beide Begriffe werden oft in den Medien verwendet, aber in der Luftfahrt haben sie unterschiedliche Bedeutungen:
🔵 Sicherheitslandung
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Eine vorsorgliche Maßnahme, die der Pilot trifft, wenn eine potenzielle Gefahr besteht oder eine nicht kritische, aber ungewöhnliche Situation vorliegt (z. B. medizinischer Notfall, technisches Problem, schlechtes Wetter, Turbulenzen).
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Das Flugzeug ist noch kontrollierbar, die Sicherheit an Bord ist nicht akut gefährdet.
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Es handelt sich um eine geplante und kontrollierte Landung auf einem regulären oder alternativen Flughafen.
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Ziel ist es, kein Risiko einzugehen, auch wenn das Flugzeug theoretisch weiterfliegen könnte.
Beispiel (wie in Memmingen): Der Pilot entscheidet sich für eine Sicherheitslandung, weil das Flugzeug in Turbulenzen geraten ist und einige Passagiere verletzt wurden. Eine Weiterreise wäre unverantwortlich – also Landung zur Sicherheit und medizinischen Versorgung.
🔴 Notlandung
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Eine akute, unplanbare Ausnahmesituation, in der eine sofortige Landung zwingend erforderlich ist, z. B. bei einem Triebwerksausfall, Feuer an Bord, totalem Systemausfall, strukturellem Schaden oder Kontrollverlust.
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Oft ohne Rücksicht auf den nächstgelegenen regulären Flughafen – es wird dort gelandet, wo es am schnellsten und sichersten möglich ist.
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Die Gefahr für Menschenleben ist unmittelbar.
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Notlandungen können auch außerhalb regulärer Landebahnen erfolgen, z. B. auf einem Feld oder einer Straße.
Fazit für den Fall am Flughafen Memmingen:
Die Landung wird richtigerweise als Sicherheitslandung bezeichnet, weil:
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Das Flugzeug war trotz Turbulenzen funktionsfähig und unter Kontrolle.
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Der Pilot hat vorsorglich umgeleitet, da München wetterbedingt nicht anfliegbar war.
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Es gab verletzte, aber keine lebensbedrohlichen Zustände oder technischen Totalausfälle.
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Der Entscheid diente der Sicherheit der Passagiere, nicht der akuten Gefahrenabwehr.

















