Im Bereich Callcenterbetrugs rufen Mitglieder organisierter Banden, meist mit gefälschten Rufnummern, von ausländischen Callcentern aus bei ihren potentiellen Betrugsopfern an oder verwenden an dies eine Kurznachricht (SMS).
| CALLCENTERBETRUG | 2023 | 2024 |
| Fälle | 1.834 | 1.127 |
| Erfolgreich | 196 | 108 |
| Beute | 1.558.531 Euro | 2.298.212 Euro |
| Ø Euro pro Fall | 7.950 Euro | 21.280 Euro |
Im Bereich des Callcenterbetrugs können folgende Betrugsmaschen unterschieden werden:
Falsche Amtsträger | „Ihr Geld/Schmuck ist in Gefahr …“ – Die anrufende Person stellt sich dem potentiellen Opfer als Polizeibeamter vor und schildert z.B. eine Einbruchserie in der Nachbarschaft.
Schockanruf | „Ihr Kind hatte einen Unfall verursacht“
Enkeltrick (per Telefon) | „Rate doch mal wer dran ist …“ – Das Opfer wird von einer angeblichen Amtsperson (Richter, Staatsanwalt) oder einem angeblichen Angehörigen (Kind oder Enkelkind) angerufen.
Enkeltrick (per Messanger) | „Hallo Oma/Opa … habe eine neue Telefonnummer.“ – Bei dieser Variante erhält das Opfer eine SMS/WhatsApp-Nachricht von einer unbekannten Nummer. Der Schreiber gibt sich als naher Verwandter (Enkel-/Sohn oder Enkel-/Tochter) mit neuem Handy aus.
Vortäuschen Gewinn | „Sie haben gewonnen …“ – Die angerufene Person schildert dem Opfer einen angeblichen Gewinn in einer Lotterie oder einem Gewinnspiel.
Das Ziel ist immer dasselbe: Bei den perfiden Betrugsmaschen sollen die Opfer unter Vortäuschung von Notlagen Geld überweisen oder Wertgegenstände und Barschaften an einen vermeintlichen Beauftragten übergeben.
Der sogenannte „Schockanruf“ war im Jahr 2024 mit 40 vollendeten Taten und einem Beutewert vom über 1,8 Mio. Euro der dominante Modus im Bereich des Callcenterbetrugs im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.
Callcenter-Betrug – Schützen Sie sich und Ihr Geld!
Es gelingt dreisten Betrügern immer wieder vor allem ältere Menschen um Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zu bringen. Und dies, obwohl es kaum einen Bereich gibt, in dem so viele Warnungen per Radio, Zeitungen, Flyer und Vorträge der polizeilichen Fachberater rausgehen. Denn die professionellen Banden agieren hochprofessionell – sie passen ihre Betrugsmaschen extrem schnell an und legen damit selbst wohlinformierte Menschen herein, die dachten, ihnen könne das niemals passieren.
Vier Fragen, die Du Dir beim Telefonat stellen solltest:
- Fühlen Sie sich gerade am Telefon unter Druck gesetzt?
- Gibt sich der Anrufer als Polizist aus?
- Braucht ein Verwandter angeblich sofort finanzielle Hilfe?
- Werden Sie nach Wertgegenständen, Geld oder Ihren Bankkonten gefragt?









