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Montag. 06. Februar 2023 / 06

Ostallgäu | Warnung vor betrügerischem Gewinnversprechen – Finanzieller Schaden im fünfstelligen Bereich

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Im Dienstbereich der Polizei Füssen kam es zu einem Betrug mit einem hohen finanziellen Schaden. Eine vermeintliche Glücksfee sicherte am Telefon einem Mann einen Gewinn im sechsstelligen Betrag zu. Der Mann übergab Betrügern anschließend Codes für Wertguthabenkarten im fünfstelligen Bereich.

Was ist passiert?

Um den Gewinn zu erlangen, sollte der Gewinner vor der Auszahlung in Vorkasse gehen. Nur so könne der Gewinn abgesichert und dessen Auszahlung veranlasst werden. Das Opfer kaufte über einen längeren Zeitraum für einen mittleren fünfstelligen Betrag die geforderten Wertkarten. Hierbei handelte es sich um Gutscheine, welche auf digitale Shoppingplattformen im Internet eingelöst werden können. Da bei deren Einlösung keine Authentifizierung erfolgt, agiert der Täter völlig anonym im Internet. Der Täter lässt sich in den meisten Fällen nicht ermittelt. Die Codes gab der betrogene Mann telefonisch mehrmals an den Betrüger durch. Nachdem die Forderungen zur Absicherung des Gewinns immer höher wurden, meldete der Mann den Fall bei der Polizei Füssen. Die Beamten nahmen die Ermittlungen auf.

Wie hoch sind die Schadenssummen?

Im Jahr 2022 wurden bei den Beamtinnen und Beamten im Polizeipräsidium 140 Taten zur Anzeige gebracht, bei denen den Geschädigten ein Gewinn versprochen und dann nicht ausbezahlt wurde. Von diesen 140 Taten verliefen 25 erfolgreich. Dabei erbeuteten die Täter im vergangenen Jahr mehr als 36.000 Euro, wobei die durchschnittlichen Schadenssummen normalerweise im Bereich einiger Hundert Euro bis hin zu niedrigen vierstelligen Summen liegen.

Die Masche wird von anderen Betrugsarten per Telefon verdrängt, im Jahr 2018 lag die Schadensumme noch bei 125.000 Euro und sank seither kontinuierlich bis auf den bisherigen Tiefststand im Jahr 2022 ab. Trotz sinkender Zahlen zeigt der aktuelle Fall eindrücklich, dass auch die Arten von Betrügen weiter stattfinden, die wenig im Fokus stehen oder von anderen Maschen überlagert werden.

Wie gehen die Täter vor?

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, bei Gewinnversprechen niemals in Vorkasse zu gehen. Die Masche der Betrüger ist oft gleich: Sie nehmen telefonisch oder per E-Mail mit ihren Opfern Kontakt und stellen ihnen hohe Summen, hochwertige Fahrzeuge oder andere Sachwerte in Aussicht. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer „Bearbeitungsgebühr“ übergeben werden. Hierbei werden meist ältere Menschen kontaktiert, welche einen Eintrag im öffentlichen Telefonbuch haben. Die Betrüger sind in der Gesprächsführung geschult und wirken äußerst glaubhaft und professionell. In vielen Fällen geben sie an, im Auftrag von Notaren, Gerichte oder Rechtsanwälte zu handeln, um so das Opfer in falscher Sicherheit zu wiegen. Die geforderte Bearbeitungsgebühr im höheren vier- bis fünfstelligem Betrag wird beispielsweise als Abdeckung der Transport-, Versicherungskosten, Zoll-, Anwalts- oder Notargebühren begründet. Hierbei fordert der Täter das Opfer zu klaren Zahlungsanweisungen auf und schicken dieses direkt zur Bank oder in ein Geschäft, um Prepaid-, Gutschein- oder sonstige Wertkarten für Online-Käufe zu erwerben. Darauf müssen deren Kartennummer übermittelt werden.

Bei den Opfern wird am Telefon oder Handy in den meisten Fällen eine Nummer eines wirklich existierenden Rechtsanwalts, Gerichts, der Staatsanwaltschaft, örtlichen Polizei oder einer Behörde angezeigt. Das sogenannte „Caller ID Spoofing“ ist eine Methode, mit der Betrüger dem kontaktieren Opfer eine seriöse Telefonnummer vortäuschen, damit ihre wirkliche Nummer nicht mehr nachvollzogen werden kann. Zudem soll der Anschein erweckt werden, dass eine existente Behörde oder Stelle anruft.

Sollte das Opfer nicht sofort auf die Gelforderungen reagieren oder kritisch den Sachverhalt hinterfragen, wird teilweise massiv Druck durch den Täter ausgeübt und mit Anzeigen oder hohen Anwaltskosten gedroht. Geht das Opfer hingegen auf die Forderungen ein, nimmt der Täter immer wieder Kontakt zu seinem Opfer auf und fordert weiter Geld. Hierbei werden wiederholt verschiedene Vorwände genannt, wieso der Gewinn noch nicht ausbezahlt werden konnte.

Wie können Sie reagieren?

Sollten Sie angeblich gewonnen haben, geben Sie nie Geld für geforderte Gebühren aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern. Achten Sie auch auf kostenpflichtige Nummer, welche sie kontaktieren sollen. Diese beginnen zum Beispiel mit der Vorwahl 0900, 0137 oder 0180. Geben Sie keine persönlichen Informationen weiter (Adressen, Kontodaten, Handynummern, Kreditkartenummern oder Ähnliches). Prüfen Sie sorgfältig die Angaben des Gewinnspielunternehmers und recherchieren Sie hierüber im Internet (Art des Gewinnspiels, Adresse, ist das Impressum stimmig? Gibt es bereits Erfahrungsberichte oder Warnhinweise?). Zögern Sie nicht, bei Verdachtsfällen die Polizei zu verständigen.