Bayern startet erstes Landesamt für Bevölkerungsschutz am 15. April

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Bayern richtet als erstes Bundesland in Deutschland ein eigenes Landesamt für Bevölkerungsschutz ein. Die neue Behörde nimmt zum 15. April 2026 offiziell ihre Arbeit auf. Darüber hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Ministerrat informiert. Mit dem neuen Landesamt will die Staatsregierung die Führungsstrukturen im Bevölkerungsschutz auf Landesebene nachhaltig stärken und die Krisenresilienz im Freistaat weiter ausbauen.

Nach Angaben des Innenministeriums soll das neue Landesamt die organisationsübergreifende strategische Vorbereitung von Einsatzlagen verbessern, die Durchführung von Übungen auf allen Ebenen intensivieren und gleichzeitig dazu beitragen, bestehende Einsatzkonzepte regelmäßig zu überprüfen. Ziel ist es, Bayern besser auf Krisen, Katastrophen und neue sicherheitspolitische Herausforderungen vorzubereiten.

Ein wesentlicher Anlass für die Neustrukturierung sind laut Staatsregierung die zunehmenden Großschadenslagen und Katastrophen, darunter auch die Hochwasserereignisse im Frühjahr 2024 im Süden Bayerns. Zudem reagiert Bayern damit auf die veränderte geopolitische Sicherheits- und Bedrohungslage. Die bislang im Innenministerium zuständige Abteilung für Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz wird dafür weitgehend umstrukturiert und um 25 Stellen verstärkt.

Das bereits 2023 eingerichtete Bayerische Melde- und Lagezentrum für den Bevölkerungsschutz bleibt weiterhin die zentrale Koordinierungsstelle bei landesweit abstimmungsbedürftigen Katastrophenlagen. Dort tritt im Ernstfall die Führungsgruppe Katastrophenschutz Land Bayern zusammen. Nach Angaben von Innenminister Herrmann soll diese zentrale Aufgabe auch künftig unmittelbar im Innenministerium verbleiben. Deshalb werde das neue Landesamt direkt dort etabliert.

Als weiterer Vorteil der neuen Struktur gilt die enge organisatorische Anbindung an das ebenfalls im Innenministerium angesiedelte Landespolizeipräsidium. Dadurch soll in Einsatzlagen eine unmittelbare Abstimmung zwischen Polizei und Katastrophenschutz sichergestellt werden. Beide Bereiche arbeiten in Bayern bereits seit Jahren eng zusammen und sollen durch das neue Landesamt noch effizienter kooperieren.

Darüber hinaus soll das neue Landesamt nicht nur den Bevölkerungsschutz, sondern auch das Krisenmanagement im Bereich der Zivilen Verteidigung stärken. Die Aufgaben aus Feuerwehr, Rettungswesen sowie Katastrophen- und Zivilschutz sollen künftig noch enger miteinander verzahnt werden. Innenminister Herrmann machte in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass neben zusätzlichem Personal auf Landes- und kommunaler Ebene vor allem eine ausreichende finanzielle Unterstützung durch den Bund notwendig sei, um zentrale Fragen des Zivilschutzes und der zivilen Verteidigung wirksam zu bewältigen.

Mit dem Start des neuen Landesamts für Bevölkerungsschutz setzt Bayern ein bundesweites Signal und schafft eine neue Struktur für Krisenvorsorge, Katastrophenschutz und Zivile Verteidigung.

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