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Live-Video beim Notruf 112: Freiburgs Leitstelle startet Smartphone-Bildübertragung – europaweit erste offizielle Nutzung

Freiburg führt Live-Video bei 112-Notrufen ein: ILS kann bei Bedarf Smartphone-Bilder anfordern. Bis zu 1.400 Anrufe/Tag – schnellere Lageeinschätzung. - Foto: Feuerwehr Freiburg

Wenn bei einem Notruf jede Sekunde zählt, kann ein zusätzliches Live-Bild die Lageeinschätzung deutlich verbessern: In der Integrierten Leitstelle (ILS) Freiburg kann seit 9. März 2026 bei Bedarf ein Videobild aus der Smartphone-Kamera von Anrufenden angefordert werden. Die Stadt spricht dabei von einer europäischen Premiere – Freiburg sei die erste Leitstelle in Europa, die die Anwendung „Live-Video“ offiziell einsetzt.

So funktioniert „Live-Video“ im Notruf

Das Prinzip ist bewusst niedrigschwellig: Die Leitstelle fordert das Live-Video aktiv an – auf dem Handy erscheint eine kurze Abfrage. Nur wenn die anrufende Person zustimmt, wird das Videobild übertragen. Aktuell funktioniert das Verfahren laut Stadt auf Android-Geräten ohne zusätzliche App und ohne Änderungen in den Einstellungen. Ob und wann iPhones folgen, ist noch offen.

Warum das wichtig ist – gerade in einer großen Leitstelle

In der ILS Freiburg laufen Notrufe aus dem Stadtkreis Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald zusammen. Die Leitstelle ist laut Feuerwehr Freiburg für rund 600.000 Menschen in einem Gebiet von 1.531 km² zuständig.
Täglich gehen dort bis zu 1.400 Anrufe ein, aus denen Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst entstehen.
Technisch ist die Leitstelle auf besondere Lagen ausgelegt: Sie verfügt über 13 Einsatzleitplätze, 4 zusätzliche Arbeitsplätze für den Ausnahmezustand und 2 Trainingsplätze – bei Bedarf können bis zu 26 Arbeitsplätze in Betrieb genommen werden.

Konkrete Vorteile: Brandlage und Reanimation

Die Stadt Freiburg nennt typische Szenarien, in denen das Live-Bild helfen kann:

  • Gebäudebrand: Per Video kann die Leitstelle etwa erkennen, ob Personen auf einem Balkon festsitzen und eine Drehleiter nötig ist – und das Alarmstichwort entsprechend anpassen.

  • Reanimation: Die Leitstelle kann sehen, ob eine Wiederbelebung korrekt durchgeführt wird und im Zweifel korrigierend eingreifen.

„Nicht die erste Innovation aus Freiburg“

Freiburg verweist darauf, dass die ILS bereits 2020 bundesweit Aufmerksamkeit erlangte – unter anderem durch AML (Advanced Mobile Location), mit dem Standortdaten aus dem Smartphone im Notfall genauer übermittelt werden können.