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Bergwacht Oberstdorf verzeichnet 2025 deutlich mehr Einsätze

Die Bergwacht Oberstdorf hat 2025 insgesamt 1.356 Einsätze bewältigt. Auch Ausbildung, Umbau und steigende Anforderungen prägten das Jahr. - Foto: Bergwacht Oberstdorf

Die Bergwacht Oberstdorf hat bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein besonders forderndes Einsatzjahr 2025 zurückgeblickt. Insgesamt bewältigten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte 1.356 Einsatzereignisse. Das sind 171 Einsätze mehr als im Vorjahr.

66 Einsatzkräfte sichern alpine Rettung rund um Oberstdorf

Wie aus der aktuellen Pressemitteilung hervorgeht, sorgen bei der Bergwacht Oberstdorf derzeit 66 ehrenamtliche Einsatzkräfte, darunter elf Anwärter in Ausbildung, ganzjährig für die rettungsdienstliche Versorgung im alpinen Gelände. Im Winter liegt der Schwerpunkt vor allem in den Skigebieten Fellhorn/Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Grasgehren. In den Sommermonaten verlagert sich das Einsatzgeschehen stärker in Richtung Allgäuer Hauptkamm und in stark frequentierte Bereiche rund um die Bergbahnen.

Wintersaison mit 1.063 Einsätzen

Die Wintersaison 2025/2026 begann laut Bergwacht bereits Ende November mit einem hohen Einsatzaufkommen. Besonders im Dezember sorgten eingeschränkte Schneeverhältnisse in höheren Lagen für ungewöhnlich viele sogenannte Meldereinsätze. Ab Mitte Januar verbesserten sich die Bedingungen, auch wenn die Lawinensituation mehrfach schwer einschätzbar blieb. Größere Lawinenereignisse im freien Gelände blieben glücklicherweise aus. Insgesamt wurden in der Wintersaison 1.063 Einsätze gezählt. In 168 Fällen kam zusätzlich ein Rettungshubschrauber mit Notarzt zum Einsatz.

Zwei tödliche Unglücke abseits des Skibetriebs

Die Bergwacht betont, dass die Wintersaison ohne tödlichen Skiunfall verlief. Dennoch ereigneten sich zwei tragische Unglücke: ein tödlicher Unfall beim Eisklettern im Bereich des Gaisalpsees sowie ein tödlicher Absturz im Bereich der Enzianhütte.

Sommersaison im langjährigen Durchschnitt

Die Sommersaison 2025, die den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. November umfasst, verlief mit 236 Einsätzen im langjährigen Durchschnitt. Auffällig waren laut Bergwacht zwei längere Schlechtwetterperioden, die insbesondere im Juli zu einem spürbaren Rückgang der Einsatzzahlen führten. Häufigster Einsatzanlass blieb der verunfallte oder erschöpfte Wanderer. Auch im Sommer wurde die Bergwacht regelmäßig durch die Luftrettung unterstützt.

4.000 Stunden für Ausbildung investiert

Neben dem eigentlichen Einsatzgeschehen hob Bereitschaftsleiter Thaddäus Berktold auch die steigenden organisatorischen Anforderungen hervor. Verwaltung, Planung, Ausbildung und die Weiterentwicklung der Strukturen erforderten zusätzlich viel ehrenamtliche Arbeit. Allein in Aus- und Fortbildung investierte die Bergwacht im vergangenen Jahr rund 4.000 Stunden. Die elf Anwärter in der Grundausbildung gelten dabei als wichtiges Fundament für die Zukunft der Bereitschaft.

Die Bergwacht Oberstdorf hat 2025 insgesamt 1.356 Einsätze bewältigt. Auch Ausbildung, Umbau und steigende Anforderungen prägten das Jahr. – Foto: Bergwacht Oberstdorf

Umbau der Bergrettungswache als Zukunftsprojekt

Ein zentrales Zukunftsprojekt bleibt die bauliche Umstrukturierung der Bergrettungswache im Ried. Die Maßnahme ist in drei große Bauabschnitte gegliedert, wobei der zweite Bauabschnitt inzwischen kurz vor der Fertigstellung steht. Mit dem Umbau sollen die räumlichen Voraussetzungen verbessert, Einsatzabläufe optimiert und die Infrastruktur langfristig an die Anforderungen eines modernen Bergrettungsdienstes angepasst werden. Für die weitere Umsetzung ist die Bergwacht weiterhin auf Unterstützung und Spenden angewiesen.

Ehrungen für verdiente Mitglieder

Im Rahmen der Versammlung wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Christian Donner erhielt das Grüne Edelweiß des Deutschen Alpenvereins, Siegfried Rothmayr wurde mit der Leistungsabzeichnung in Silber ausgezeichnet. Bereits im Vorjahr war Xaver Hartmann für seine Verdienste im Lawinenhundewesen im Allgäu geehrt worden.

Ehrenamt bleibt tragende Säule

Mit dem Rückblick auf das Jahr 2025 zeigt die Bergwacht Oberstdorf, wie leistungsfähig ehrenamtlicher Rettungsdienst im alpinen Raum auch unter steigenden Anforderungen bleibt. Grundlage dafür sind nach eigener Einschätzung vor allem Engagement, Erfahrung, Ausbildung und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Einsatzstrukturen.