Die Gemeinde Eberhardzell und das Landratsamt Biberach haben gemeinsam einen Muster-Notfalltreffpunkt vorgestellt. Die Einrichtung soll Bürgerinnen und Bürgern in Krisensituationen wie einem großflächigen Stromausfall, Hochwasser oder einem Ausfall der Kommunikation als zentrale Anlauf- und Informationsstelle dienen.
Notfalltreffpunkte übernehmen im Ernstfall mehrere wichtige Aufgaben. Sie bieten die Möglichkeit, Notrufe abzusetzen, Erste Hilfe zu erhalten und sich über die aktuelle Lage zu informieren. Zudem dienen sie als Koordinierungsstelle für Spontanhelferinnen und Spontanhelfer. Bei unsicherer Informationslage sollen dort verlässliche Informationen bereitgestellt werden. Auch Hilfe zur Selbsthilfe sowie psychosoziale Unterstützung in belastenden Situationen gehören zum Konzept.
Der jetzt präsentierte Muster-Notfalltreffpunkt befindet sich in der Zehntscheuer in Eberhardzell. Er entstand in Zusammenarbeit mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Biberach im Rahmen der Workshopreihe „Resilienz im Bevölkerungsschutz“.
Irene Emmel, Dezernentin für Verwaltung, Kommunales und Gesundheit im Landratsamt Biberach, betonte bei der Vorstellung die Bedeutung der Vorsorge in den Kommunen. Ziel sei es, Städte und Gemeinden im Landkreis gezielt dabei zu unterstützen, sich im Bereich Katastrophenvorsorge krisenfest und resilient aufzustellen. Die Präsentation des Muster-Notfalltreffpunkts solle zugleich das Bewusstsein für die eigene Vorbereitung auf Krisensituationen stärken.
Für den Betrieb solcher Notfalltreffpunkte sind die Gemeinden auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern angewiesen. Denn im Ernstfall werden die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren Blaulichtorganisationen häufig an anderen Orten dringend benötigt.

Alexander Birk, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eberhardzell, erklärte, dass zunächst die Feuerwehren alarmiert würden. Wenn sich jedoch abzeichne, dass eine Notlage größer werde oder länger andauere, könne der Notfalltreffpunkt durch engagierte Bürgerinnen und Bürger innerhalb von drei bis fünf Stunden in Betrieb genommen werden.
Auch Bürgermeister Guntram Grabherr dankte den bereits engagierten Helferinnen und Helfern. Das ehrenamtliche Engagement an den Notfalltreffpunkten sei ein wichtiger Gemeindedienst von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger.

Der Muster-Notfalltreffpunkt in Eberhardzell ist technisch umfangreich ausgestattet. Unter anderem stehen dort zwei leistungsstarke Notstromaggregate zur Verfügung, mit denen im Krisenfall auch eine Wärmestube betrieben werden kann. Außerdem können 30 Feldbetten für Übernachtungsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Für Angehörige von Hilfsorganisationen und der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) ist zudem eine Kindernotbetreuung vorgesehen.
Neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern informierten sich bei der Präsentation auch Bürgermeister und Vertreter anderer Kommunen über das Modell. Der Muster-Notfalltreffpunkt in Eberhardzell könnte damit auch als Vorbild für weitere Standorte im Landkreis dienen.
Weitere Informationen zur Selbstvorsorge und zum richtigen Verhalten im Katastrophenfall bietet das Landratsamt Biberach auf seiner Internetseite an.









