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Mittwoch. 28. September 2022 / 39

Weitere 70 Geflüchtete im Landkreis Biberach angekommen

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Nach einer gewissen Konsolidierung steigen die Zuweisungen aus der Landeserstaufnahme in die vorläufige Unterbringung des Landkreises weiter deutlich an. Allein im August kamen 300 Geflüchtete im Landkreis Biberach an. Am Donnerstag, 01.09.2022, wurden weitere 70 Geflüchtete im Landkreis Biberach aufgenommen und erfasst.  Diese wurden in den vorläufigen Unterbringungen des Landkreises untergebracht. Platzkapazitäten werden langsam knapp. Deswegen befinden sich weitere Unterkünfte in der Vorbereitung.

„Der Landkreis hat vorgesorgt und betreibt in der Zwischenzeit mehr als 30 vorläufige Unterkünfte mit aktuell rund 1200 Plätzen. Die Platzkapazitäten wurden gegenüber dem Vorjahr um 800 Plätze erhöht, was eine enorme Leistung und einen großen Kraftakt für unser Amt darstellt. Allerdings ist bei den Zuweisungen nicht mit einer Entspannung zu rechnen, vielmehr wird davon ausgegangen, dass die Zahlen im Herbst noch mehr steigen. Wir erweitern deswegen die Kapazitäten mit dem Ziel vorerst keine Notunterkunft in der Paul-Heckmann-Sporthalle errichten zu müssen, was wir nach derzeitigem Stand aber auch leider nicht mehr ausschließen können.“, betont Landrat Dr. Heiko Schmid.

Nachdem nun zusätzlich Wohncontainer in der Bleicherstraße in Biberach mit 50 Personenbelegt werden können und Kapazitäten in der ehemaligen Klinik Ochsenhausen um 31 Plätze aufgestockt wurden, erweitert das Landratsamt in der ehemaligen Fachklinik in Dietenbronn die Platzkapazitäten, unterstützt von Feuerwehr und THW. Neben der aktuellen Belegung mit rund 135 Personen wird die Klinik um eine Notfallbelegung ausgedehnt. Hierfür wird der weitere Kliniktrakt mit weiteren 120 Plätzen kurzfristig hergerichtet. Zudem wird die ehemalige Grundschule Ertingen als vorläufige Unterbringung vorbereitet. Anwohner in Ertingen wurden über diesen Schritt jüngst informiert. An weiteren mittelfristigen Lösungen arbeitet man mit Hochdruck.

Da ukrainische Geflüchtete bereits nach sechs Monaten in eine Anschlussunterbringung müssen, hat das Landratsamt sich an die Städte und Gemeinden gewandt, dass diese ebenfalls mit Hochdruck an der Erhöhung der Kapazitäten arbeiten.

Landrat Dr. Heiko Schmid appelliert: „Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen. In Anbetracht, dass Herbst und Winter vor der Tür stehen, werden vermutlich viele weitere Menschen eine Zuflucht vor Krieg und Kälte suchen. Schon jetzt ist klar, dass die Zahlen aus dem Jahr 2015 übertroffen werden. Hier sind wir weiterhin alle gefragt, Schutzsuchende bei uns aufzunehmen. Dabei bin ich immer noch überwältigt und dankbar, wie groß die Hilfsbereitschaft von Anfang an war und wie viele Menschen auch privat eine Unterkunft finden konnten. Nun gilt es weiterhin zusammen zu stehen, um diese Herausforderung gemeinsam im Landkreis zu meistern.“

Information:

Seit Jahresbeginn sind 2.166 Geflüchtete in den Landkreis gekommen. Davon konnten 1.086 Personen privat unterkommen. 1080 Personen wurden dem Landkreis vom Land in die vorläufige Unterbringung zugewiesen. Unter den 1.080 Personen sind 230 Asylbewerber, 53 afghanische Kontingentflüchtlinge und 797 Geflüchtete aus der Ukraine. Der Landkreis betreibt derzeit kreisweit rd.  30 Unterkünfte mit einer Platzzahl von 1200. Davon sind 1.100 Plätze belegt. Knapp die Hälfte davon sind ukrainische Vertriebe. Die anderen Plätze sind mit Asylbewerbern und afghanische Kontingentflüchtlinge belegt. Ukrainische Geflüchtete müssen nicht in der vorläufigen Unterbringung wohnen, sie können sich jederzeit eine private Wohnung anmieten. Anders sieht es bei Asylbewerbern aus, diese müssen zunächst in der vorläufigen Unterbringung wohnen, die ihnen zugeteilt wird. Nach der vorläufigen Unterbringung werden die Geflüchteten den Kommunen zur Anschlussunterbringung zugeteilt.

Wer privaten Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, kann dies über die Wohnrauminitiative der Caritas machen. Telefon: 07351 8095-100
oder per E-Mail:  region@caritas-biberach-saulgau.de

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