Bericht: Patienten müssen bis zu fünf Wochen auf Facharzttermin warten

Berlin – Patienten in Deutschland müssen bis zu fünf Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten. Das zeigte ein Test der F.A.S. Von 120 Test-Anrufen in Facharztpraxen in ganz Deutschland hätten 30 zu einem Termin geführt, der mehr als vier Wochen in der Zukunft lag; 20 Anrufer seien sogar komplett abgewiesen worden. Somit mussten 42 Prozent der Patienten länger als vier Wochen warten oder erhielten erst gar kein Behandlungsangebot.

Besonders dramatisch sieht es dem Test zufolge für Kassenpatienten aus. Hier warteten mehr als die Hälfte (57 Prozent) länger als vier Wochen oder wurden abgewiesen, berichtet die Zeitung. Bei den Privatpatienten habe das nur jeden Vierten betroffen. Im Schnitt hätten Kassenpatienten fünf Wochen auf einen Termin gewartet, Privatpatienten nur zweieinhalb Wochen. „Überlange Wartezeiten sind leider kein Einzelfall“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe der F.A.S. Dem will er abhelfen, indem er den Ärzten eine Termin-Vergabe innerhalb von vier Wochen zwingend vorschreibt. Den entsprechenden Gesetzentwurf will Gröhe nach der Sommerpause vorlegen, berichtet die Zeitung weiter. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, beharrte gegenüber der F.A.S. darauf: „Objektive Studien zeigen, dass das Thema Wartezeiten kein bundesweites Problem darstellt.“ Er gab aber auch zu: „Die Praxen in Deutschland sind voll.“ Einen wichtigen Grund sehe er in der Liebe der Deutschen zum Arztbesuch. „Jeder Bürger sucht im Durchschnitt 17 Mal im Jahr einen Arzt auf“, sagte Gassen. „Mit diesem Wert liegen wir weltweit an der Spitze.“ Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, wies die Wünsche der Politik nach einer umfassenden Termingarantie zurück: „Es kann ja wohl kaum ein uneingeschränktes Leistungsversprechen bei gedeckelten Budgets geben“, sagte er der F.A.S.

Über dts Nachrichtenagentur

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