Bad Schussenried | Pärchen flüchtet aus Forensik – Nach Bedrohung mit Messer schießt die Polizei – ein Toter, eine Verletzte

Symbolbild

UPDATE, 16.07.2020, 12.00 Uhr

Im Rahmen der Spurensicherung durch die ermittelnde Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen des Polizeipräsidiums Ravensburg wurden am Tatort im Innenstadtbereich von Bad Schussenried zwei Messer aufgefunden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand konnte ein aufgefundenes Einhandmesser der 43-jährigen Frau und ein Cutter-Messer dem 29-jährigen verstorbenen Mann zugeordnet werden. Beide Messer befanden sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge bereits vor der Tat im Besitz der beiden Personen.

Im Zuge der Ermittlungen bittet die Kriminalpolizei Zeugen des Geschehens, die bislang noch nicht von der Polizei vernommen wurden, sich unter Tel. 0751/803-4444 beim Kriminaldauerdienst Ravensburg zu melden.


Am Mittwochvormittag, 15.07.2020, um kurz vor 9 Uhr, kam es im Innenstadtbereich von Bad Schussenried, Lkrs. Biberach/Riss, zu einem polizeilichen Schusswaffengebrauch, in dessen Verlauf zwei Personen, eine 43-jährige Frau und ein 29-jähriger Mann, angeschossen wurden. Der 29-Jährige erlitt dabei eine Verletzung, die zur Folge hatte, dass er trotz sofortiger Versorgung durch einen Notarzt kurz nach der Einlieferung in ein Krankenhaus verstarb. Die 43-Jährige wurde ebenfalls verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei ihr besteht nach aktuellem Ermittlungsstand keine Lebensgefahr.

Die 43-jährige Frau und der 29-jährige Mann waren zuvor aus dem offenen Maßregelvollzug der Klinik für forensische Psychiatrie in Bad Schussenried entwichen. Dort waren sie bereits vor mehreren Jahren gerichtlich untergebracht worden. Sie entfernten sich am Morgen unerlaubt aus der Einrichtung in Richtung Ortsmitte Bad Schussenried. Darüber verständigte die Psychiatrie die Polizei. Etwa zeitgleich zu der Mitteilung der Psychiatrie, kurz vor 9 Uhr, wurde der Polizei eine Bedrohung mit einem Messer gegenüber einer Geschäftsinhaberin im Innenstadtbereich von Bad Schussenried gemeldet.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen konnten die nunmehr vor Ort eintreffenden zwei Polizeibeamten die beiden aus der forensischen Psychiatrie Bad Schussenried entwichenen Personen feststellen, wobei sowohl die 43-jährige Frau als auch der 29-jährige Mann ein Messer mit sich geführt haben sollen. Im weiteren Verlauf des Geschehens soll der 29-jährige Mann einen der beiden Polizeibeamten mit dem Messer in der Hand verfolgt haben und dieses trotz Aufforderung nicht abgelegt haben, woraufhin der Polizeibeamte von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte und den 29-Jährigen im Bereich der Hüfte traf. Die 43-jährige Frau soll sich nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen dem zweiten Polizeibeamten ebenfalls mit einem Messer in der Hand genähert und dieses auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht abgelegt haben, woraufhin auch der zweite Polizeibeamte von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte und die 43-Jährige im Bereich des Oberschenkels traf.

Der genaue Geschehensablauf vor Ort ist Gegenstand der weiteren polizeilichen Ermittlungen, mit denen die zuständige Staatsanwaltschaft Ravensburg die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen beim Polizeipräsidium Ravensburg betraut hat, um jeden Anschein der Befangenheit auszuschließen.