AfD-Vize Henkel fordert Abkehr vom "Einheits-Euro"

Euromünze, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Euromünze, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der stellvertretende Vorsitzende der AfD, Hans-Olaf Henkel, hat eine Abkehr vom „Einheits-Euro“ gefordert. Der neueste Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) zeige, dass dies nicht nur „ein Gebot der Fairness gegenüber den deutschen Sparern und Steuerzahlern“ sei, sondern auch „ein Gebot der Solidarität mit dem Süden“, sagte Henkel „Handelsblatt-Online“. Henkel, der bei der Europawahl ins EU-Parlament gewählt wurde, kritisierte, die „Euromantiker“ hätten nicht begriffen, dass der Euro längst zu schwer für den Süden einschließlich Frankreichs und zu leicht für Deutschland geworden sei.

„Der Einheits-Euro ermöglicht der deutschen Industrie, die Welt mit einem aus ihrer Sicht unterbewerteten Euro mit deutschen Waren zu beglücken“, sagte der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie. Dagegen dürften der deutsche Steuerzahler und seine Kinder dafür die finanziellen Folgen eines aus südlicher Sicht überbewerteten Euro tragen. „Was für ein groteskes, ja unmoralisches Subventionsprogramm für die deutsche Industrie.“ Den Sparkassenverbänden und Lebensversicherungen warf Henkel ein „jämmerliches Schauspiel“ vor. „Sie jammern leise über die Niedrigstzinsen und preisen laut die Segnungen des Einheits-Euro“, sagte er. „Sie sind einfach zu feige, die wahre Ursache laut zu benennen.“ Stattdessen hielten sie in „unverbrüchlicher Treue“ an der Gemeinschaftswährung fest. „Bestenfalls unter „vier Augen“ geben sie zu, dass eine Einheitswährung zwangsläufig immer zu einem „one-size-fits-all“-Zinssatz führen muss, der dann zu einem „one-size-fits-none“-Zinssatz führt. Zu hoch für die französische Exportwirtschaft, zu niedrig für die deutschen Sparer“, sagte Henkel.

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige