Ärztepräsident verlangt Mitsprache bei Digitalisierung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat den Alleingang von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen kritisiert. Die Ärzteschaft begrüße zwar Spahns Gesetz zur Digitalisierung, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). „Die Implementierung digitaler Anwendungen, also medizinischer Apps, in die Versorgung wird allerdings nur dann erfolgreich sein, wenn Ärzte und Patienten als Nutzer dieser Anwendungen in die Entwicklung und Einführung der digitalen Anwendungen einbeziehen. Diese Einbindung sieht der Gesetzentwurf jedoch nicht vor“, sagte Reinhardt.

„Die Betroffenen werden nicht beteiligt“, bemängelte der Präsident der Bundesärztekammer. „Und es gibt noch einen zweiten wesentlichen Makel. Es fehlt der Nutzennachweis, bevor die Anwendungen in den GKV-Leistungskatalog übernommen werden“, sagte Reinhardt.

Ärztekammer, über dts Nachrichtenagentur
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