A96 – Lindau | International gesuchter Rauschgifthändler geht der Polizei ins Netz

Symbolbild

Einer Zivilstreife der Grenzpolizei Lindau ging am späten Freitagabend, 14.02.2020, ein „dicker Fisch“ ins Netz. Zunächst fiel der Streifenbesatzung der BMW mit österreichischem Kennzeichen auf der A96 auf, wo er von Memmingen kommend Richtung Lindau unterwegs war. Bei der routinemäßigen Überprüfung der Zulassung über den Polizeicomputer schienen Unregelmäßigkeiten bei der Zulassung auf. Daraufhin wurde der 29-jährige Kosovoalbaner einer genaueren Kontrolle unterzogen.
Dabei stellten die Grenzpolizisten eine nicht alltägliche Fahndungsausschreibung gegen den verheirateten Kosovaren fest. Seit Ende 2019 wurde er aufgrund eines Ersuchens der kosovarischen Sicherheitsbehörden an INTERPOL zur Auslieferung gesucht. Hintergrund ist seine Beteiligung an einem Rauschgifthandel in seiner Heimat, bei der 129 Kilogramm Marihuana in dessen Wohnhaus sichergestellt wurden. Durch ein Gericht in Pristina wurde er deshalb 2015 rechtskräftig zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Seitdem war der in Österreich gemeldete Gesuchte untergetaucht. Seine Wohnsitze im Nachbarland wechselte er ständig und auch der von ihm benutzte BMW war nach Rücksprache mit dem Landeskriminalamt in Bregenz durch die Behörden stillgelegt.
Zudem besitzt der Festgenommene auch keinen Führerschein und führte ein verbotenes Springmesser mit sich. Nachdem der Haftbefehl über das Bundeskriminalamt (BKA) angefordert wurde, konnte der Rauschgifthändler am Samstagmittag beim Haftrichter vorgeführt werden. Die zuständige Staatsanwaltschaft beantragte dort die weitere Festhaltung. In diesen Fällen internationaler Auslieferungsersuchen ist in der weiteren Folge die Generalstaatsanwaltschaft mit einzubeziehen. Bis zu deren Entscheidung über die Auslieferungshaft wurde der geständige Täter in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.