ZEW-Konjunkturerwartungen im August deutlich gefallen

Mannheim – Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im August deutlich verschlechtert: Der entsprechende Index sank von 27,1 Punkten im Juli auf nur noch 8,6 Zähler. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Damit setzt sich der negative Trend der vergangenen Monate weiter fort: Es handelt sich um den achten Rückgang in Folge und den stärksten Einbruch seit Juni 2012. Schlechter stand der Indikator zuletzt im Dezember 2012. Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone haben sich im August deutlich eingetrübt: Der entsprechende Index sank um 24,4 Punkte auf nun 23,7 Zähler.

Die Bewertung der konjunkturellen Lage in Deutschland sank im August gegenüber dem Vormonat um 17,5 Punkte auf 44,3 Zähler. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum sank seinerseits um 2,3 Punkte auf minus 33,8 Zähler. Der Rückgang der Konjunkturerwartungen dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass die anhaltenden geopolitischen Spannungen mittlerweile spürbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft zeigen, hieß es seitens des ZEW weiter. Demnach deuteten aktuelle Zahlen zur Produktion und zu den Auftragseingängen darauf hin, dass die deutschen Unternehmer vor dem Hintergrund unsicherer Absatzperspektiven ihre Investitionstätigkeit merklich verringern. Weil auch die Konjunktur im Euroraum nicht richtig in Fahrt komme, sei zu befürchten, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2014 weniger stark ausfallen werde als bislang erwartet. Für den ZEW-Index werden jeden Monat knapp 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt.

Über dts Nachrichtenagentur

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