Zentralrat der Muslime will Präventionsarbeit in Gemeinden stärken

Berlin – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, will im Kampf gegen islamistische Extremisten die Präventionsarbeit in muslimischen Gemeinden stärken. Die Jugendarbeit in vielen Gemeinden sei „semiprofessionell, um nicht das Wort unprofessionell zu nennen“, so Mazyek in der Sendung „Das Interview“ in „HR Info“. „Die bessere Variante ist, beispielsweise Freitagsgebete auf Deutsch zu machen. Da müssen wir hin.“

Zugleich warnte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime vor einer „Kriminalisierung“ der Moscheen. Es passiere aus seiner Sicht viel zu selten, dass sich „ein Neo-Salafist in die Moschee verirrt, weil die sagen: `Dort wird sowieso ein weichgespülter Islam gelehrt`“. Dabei fänden solche Menschen dort ein Umfeld, das sie vielleicht von ihrem Irrweg abbringe. „Die Moscheen sind Partner im Kampf gegen Extremismus, nicht Teil des Problems.“ Vehement widersprach Mazyek auch dem Vorwurf, die muslimischen Gemeinden verhielten sich in der Diskussion um radikalisierte Gläubige zu passiv. „Die über 2.000 Moscheegemeinden leisten eine ganze Menge fernab des Scheinwerferlichtes“, so Mazyek. Deren Leistungen würden in der Debatte dagegen nicht ausreichend gewürdigt. „Man interessiert sich immer dann, wenn etwas Grelles, Verrücktes passiert“, sagte er weiter und führte als Beispiel die „Schariapolizei“ an. Tatsächlich aber werde tagtäglich in den Gemeinden gepredigt, wie wichtig es sei, sich für die Gemeinschaft im Land einzusetzen. Allerdings verharrten die muslimischen Verbände mitunter in einem „Schneckenloch“, aus dem sie herauskommen müssten: „Wir müssen uns mehr zeigen und auf die Menschen zugehen.“

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige