Zehn in Serie! Memminger Indians 7:1-Derbysieger über Buchloe beim Benda-Debüt

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Foto: Fuchs

Der ECDC Memmingen bleibt auch nach dem Trainerwechsel zuhause eine Macht: Am Mittwochabend gewannen die Indians am Hühnerberg vor über 2.000 Zuschauern das Derby gegen den ESV Buchloe mit 7:1. Es war der zehnte Heimsieg in Serie für die Memminger. Die Tore für die Rot-Weißen erzielten Patrick Weigant (3), Ville Eskelinen, Alexander Krafczyk, Antti Miettinen und Tim Tenschert. Am letzten Wochenende der BEL-Hauptrunde stehen nun noch die beiden Auswärtsspiele in Pegnitz (Freitag, 19.30 Uhr) und Dorfen (Sonntag, 18 Uhr) an.

Nach der Trennung von Alexander Wedl hatte Interims-Spielertrainer Jan Benda nur zwei Tage Zeit, um die Mannschaft auf das wichtige Heimderby gegen die Pirates vorzubereiten. 2.019 Zuschauer waren dazu am Dreikönigstag an den Hühnerberg gekommen, die von der ersten Minute an ein äußerst körperbetontes Spiel sahen. Die Gäste aus dem Ostallgäu benötigten im Kampf um Meisterrundenplatz zehn noch jeden Punkt und legten dementsprechend los wie die Feuerwehr. Gut eine Minute war gespielt, da tauchte ESV-Stürmer Daniel Huhn frei vor ECDC-Goalie Martin Niemz auf, der aber die erste seiner vielen starken Paraden an diesem Abend zeigte. Und es ging rasant weiter: In der dritten Minute traf Memmingens Finne Ville Eskelinen nur den Pfosten, knapp zwei Minuten später hatten wieder die Buchloer zwei gute Gelegenheiten. Danach scheiterten auf Memminger Seite erneut Eskelinen und Mike Dolezal an Gästetorhüter Bernthaler, ehe ESV-Stürmer Marc Weigant aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf. „In dieser Phase haben wir viel zu viel zugelassen“, zeigte sich Spielertrainer Benda nicht zufrieden mit dem ersten Drittel der Mannschaft. Dass dieses doch noch ein gutes Ende nahm, dafür sorgte Ville Eskelinen mit seinem Führungstreffer nach 14. Minuten. Kurz vor der Pause hielten die Memminger Fans am Hühnerberg den Atem an, als Indianer Patrick Weigant nach einer Aktion an der Bande mit der Trage vom Eis gebracht werden musste. Viele befürchteten schon den nächsten Langzeitverletzten im ECDC-Lazarett.

Das zweite Drittel war wenige Minuten alt, da erlebten die Zuschauer, weshalb es so treffend heißt: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Patrick Weigant kehrte aufs Eis zurück und sollte an diesem Abend noch eine gewichte Rolle am Hühnerberg spielen. Für die Initialzündung sorgte aber ein anderer. Die Gäste, die die technische Überlegenheit der Indians mit Härte zu kontern versuchten, hatten sich mit Spielertrainer Benda den Falschen ausgesucht. Der Routinier fuhr einen krachenden, aber fairen „Open Ice Hit“ (also einen Check abseits der Bande) gegen einen Gästespieler und sorgte für einen Jubelsturm am Hühnerberg, der auch das Team mitriss. Gegen Spielhälfte übernahm der ECDC zusehends das Geschehen auf dem Eis und kam zum Erfolg: Ausgerechnet Patrick Weigant besorgte gegen seinen Ex-Verein nach 30 Minuten das wichtige 2:0. Nun warten die zähen Piraten „geknackt“, die GEFRO-Indians spielten die Gäste in der Folge schwindelig und kamen in Zwei-Minuten-Abständen zu Toren: Tim Tenschert, Alex Krafczyk und Antti Miettinen stellten bis zur 36. Minute den Spielstand auf 5:0 – so sollte es auch in die letzte Pause gehen.

Auch im Schlussdrittel behielten die Hausherren alles unter Kontrolle und ließen kaum mehr Gästechancen zu. Vorne sorgten immer wieder schöne Kombinationen für Zungenschnalzen bei den Fans, wie etwa beim 6:0 durch Patrick Weigant nach 45 Minuten, das über Patrick Zimmermann und Tim Tenschert mustergültig heraus gespielt wurde. Gut zehn Minuten vor dem Ende ließ der junge ESV-Stürmer Götz mit einem platzierten Schuss dann auch die rund 120 mitgereisten Buchloer Fans erst- und einmalig jubeln, ehe Patrick Weigant seinen Abend nach 53 Minuten durch seinen „Hattrick“ zum 7:1-Endstand krönte. „Ab dem zweiten Drittel haben wir es gut gemacht“, zeigte sich Spielertrainer Benda nach der Partie zufrieden.

Zwei Auswärtsspiele am Wochenende: Werner Tenschert unterstützt Benda an den Bande
Für die GEFRO-Indians steht nun ab Freitag bereits das letzte Wochenende der BEL-Hauptrunde an, ehe ab 15. Januar schließlich die heiße Phase mit der Meisterrunde startet. Bei den Partien in Pegnitz am Freitag um 19.30 Uhr und am Sonntag beim ESC Dorfen (18 Uhr) bekommt Spielertrainer Benda Unterstützung von ECDC-Urgestein Werner Tenschert, der auf der Bank das Coaching zusammen mit dem Ex-Nationalmannschaftskapitän übernimmt. „Wie es danach weiter geht, ist noch nicht entschieden. Wir sind Werner sehr dankbar, dass er das am Wochenende zusammen mit Jan macht“, so ECDC-Obmann Müller, der hofft, eine endgültige Entscheidung in der kommenden Woche bekanntgeben zu können. Und auch Benda selbst ist froh über die Unterstützung durch Tenschert: „Es ist extrem schwer, sich selbst auf sein Spiel zu konzentrieren und gleichzeitig die ganze Mannschaft im Blick zu haben und zu lenken. Doch vor schwierigen Situationen habe ich mich noch nie gescheut“, so Benda. Am Freitagabend müssen sich er und seine Mannschaft der ungewöhnlichen Situation im Pegnitzer Freiluftstadion stellen. Es ist die Wiederholung der im November beim Stand von 2:0 für die Memminger wegen Schneefalls abgebrochenen Partie. Verzichten müssen die Indians neben den Verletzten Martin Hoffmann und Marc Stotz dabei auch auf den grippekranken Topscorer Petr Sikora. Für die IceDogs, die sich mit Buchloe noch im Kampf um Platz zehn befinden, dürfte die Partie ein echtes Endspiel sein, während die GEFRO-Indians bereits sicher für die Meisterrunde qualifiziert sind – aber dennoch im Oberfränkischen endlich ihre leidige negative Auswärtsserie durchbrechen wollen.

 

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