Wenn Babys nicht aufhören zu schreien

Landratsamt Unterallgäu | 25.01.2012 | 12-0237

Babys schreien. Das ist normal. Es gibt aber auch Säuglinge, die kaum mehr damit aufhören und die Eltern an ihre Grenzen bringen. Die Schreiambulanz bietet Eltern in solchen Fällen ihre Hilfe an – sofern medizinische Gründe ausgeschlossen sind. In der Schreiambulanz in Mindelheim wird laut Pädagogin Christina Hirschberger und Diplom-Psychologe Dr. Dietmar Stett nach der Ursache des Problems gesucht und gezeigt, wie man ein „Schreibaby“ beruhigen kann.

„Geht das Schreien über die persönliche Belastungsgrenze hinaus, sollten sich die Eltern Unterstützung holen“, sagt Hirschberger. Bevor man in die Schreiambulanz kommt, rät Dietmar Stett allerdings dazu, einen Kinderarzt aufzusuchen und medizinische Ursachen auszuschließen. Die Schreiambulanz sei keine Konkurrenz zur Ärzten und Hebammen.

In der Schreiambulanz wird zunächst das Familiensystem unter die Lupe genommen. In der Regel gibt es den Fachleuten zufolge in den betroffenen Familien bestimmte soziale oder psychische Faktoren, die letztlich zum Problem „Schreibaby“ führen. So komme es zum Beispiel vor, dass Eltern, die in einer schwierigen Situation stecken oder anderweitig belastet sind, die Signale ihres Säuglings falsch deuten und nicht sehen, was das Kind tatsächlich braucht. Seien die Eltern dann verzweifelt, weil sie ihr eigenes Kind nicht beruhigen könnten und versuchten dies krampfhaft, schaukle sich die Situation oft auf, so die Experten.

In der Schreiambulanz werden die Eltern laut Stett und Hirschberger darin unterstützt, die Signale ihres Babys richtig zu interpretieren und ihnen werden Möglichkeiten aufgezeigt, ihr Kind zu beruhigen. Der Blick werde wieder auf die schönen Momente mit dem Baby gelenkt und die Eltern würden ermutigt, auch auf sich selber zu achten und mal eine Pause zu machen. Meist reiche eine Handvoll Besuche, um die Situation dauerhaft zu verbessern, sagen Stett und Hirschberger.

Die Beratung ist übrigens kostenlos. Die Schreiambulanz wird – wie die Psychologische Beratungsstelle – vom Landkreis Unterallgäu im Rahmen der Jugendhilfe finanziert.

Info: Die Schreiambulanz für den Landkreis Unterallgäu findet man in der Psychologischen Beratungsstelle in Mindelheim, Steinstraße 20. Diese ist per Telefon unter (08261) 3132, per Fax an (08261) 21400 oder per E-Mail an info@eb-mindelheim.de zu erreichen.

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