Weltbank will mit Deutschland globale Seuchenschutz-Agenda erreichen

Ebola-Übung, Tânia Rêgo/Agência Brasil, Lizenztext: dts-news.de/cc-by
Foto: Ebola-Übung, Tânia Rêgo/Agência Brasil, Lizenztext: dts-news.de/cc-by

Berlin – Weltbankchef Jim Yong Kim und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen eine globale Agenda für den Seuchenschutz vorantreiben. Kim wird Merkel am Montag im Washingtoner Hauptquartier der Weltbank empfangen und ihr ein Konzept für den Kampf gegen Infektionskrankheiten vorlegen. „Der Ebola-Ausbruch in Westafrika hat gezeigt, wie elendig unvorbereitet wir auf Pandemien sind“, sagte Kim in einem Interview mit dem „Handelsblatt“.

Die größte Gefahr sei es, zur Tagesordnung überzugehen. „Wir kennen das Muster inzwischen: Erst sind alle alarmiert, dann ebbt die Krankheitswelle ab, und wir vergessen.“ Für Kim ist der Kampf gegen Pandemien auch eine ökonomische Schicksalsfrage: „Eine Pandemie wäre ein fürchterlicher Schock. Als Chef der Weltbank ist es meine Aufgabe, die globale Wirtschaft davor zu schützen.“ Zu den Maßnahmen, die Kim mit der Kanzlerin erörtern will, gehören eine Aufstockung der Notfallhilfen der Weltbank, die Stärkung der Weltgesundheitsorganisation WHO und die Bildung einer medizinischen Eingreiftruppe aus Ärzten, Krankenpflegern und anderen Experten. Merkel habe Kim bereits ihr Interesse signalisiert.

Über dts Nachrichtenagentur