Weiler Lkrs. NU – Alarmübung – Brand landwirtschaftliches Anwesen

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Foto: WIS

„Keine andere Hilfsorganisation kann flächendeckend und in so kurzer Zeit so viele Einsatzkräfte bereitstellen !“ Diese schon wiederholt bei Übung und Einsatz vorgetragene Feststellung von Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt bestätigte sich am Dienstagabend wieder einmal in eindrucksvoller Weise, als um 20.07 Uhr per Sirene und Funkmelder Alarm ausgelöst wurde: „Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Weiler mit Person in Gefahr!“ lautete die Meldung, und schon zwölf Minuten später waren insgesamt 56 Feuerwehrleute aus den Wehren Weiler, Osterberg, Kellmünz, Filzingen und Pleß am Kreuzweg im Osterberger Ortsteil eingetroffen, um einen glücklicherweise nur angenommenen Brand einer Lagerhalle zu bekämpfen. Kreisbrandmeister Erik Riedel als Organisator war es gelungen, alles komplett geheim zu halten, und selbst Landwirt Peter Wiest war erst wenige Minuten vor dem Alarm gefragt worden, ob die Übung auf seinem Anwesen stattfinden könne, was er spontan erlaubte. Unter Leitung des Ortskommandanten Markus Högerle begann die Feuerwehr Weiler mit den Erstmaßnahmen wie Erkundung und Aufbau der Wasserversorgung, und als unmittelbar darauf die Nachbarwehren anrückten, konnten erste Trupps unter schwerem Atemschutz in die Halle vorgehen, um die vermisste Person zu suchen. Dies gelang allerdings erst nach mehr als 15 Minuten, weil sich der „Vermisste“ in der weitläufigen Halle sehr gut versteckt hatte und der große Raum zusätzlich dicht vernebelt war, sodass im Ernstfall nur wenig Überlebenschancen bestanden hätten. Währenddessen  hatten sämtliche Feuerwehren einen umfassenden Löschangriff aufgebaut und dazu das örtliche Wasserversorgungsnetz in Anspruch genommen, das sich als stabil herausstellte. In zwei Abschnitte aufgeteilt, wurden die Wasserstrahlen aus zahlreichen Rohren auf das Dach des angenommenen Brandobjekts gerichtet. Zusätzlich wurde die Umgebung der Halle taghell ausgeleuchtet, was nicht nur der Löschtätigkeit, sondern auch der Unfallverhütung diente. Im Ernstfall wären noch zahlreiche weitere Feuerwehren in den Einsatz gekommen, und „Weiler wäre rot gewesen“, wie KBM Erik Riedel bei der anschließenden Abschlussbesprechung erklärte. Hier aber, so hatte bereits eingangs der Besprechung Kreisbrandinspektor Benedikt Kramer als Beobachter ausgeführt, war Zweck der Übung, die Zusammenarbeit der kleineren Ortswehren zu erproben, und zwar vor allem auch Landkreis-übergreifend. Infolge der neuen Alarmierungsstruktur der Integrierten Leitstelle „Donau-Iller“ spielen politische Grenzen keine Rolle, sodass nicht nur aus Pleß, sondern auch aus Winterrieden und Babenhausen weitere Unterstützung aus dem Unterallgäu hätte geholt werden können. Dazu wären dann weitere Wehren aus dem Landkreis Neu-Ulm, beispielsweise aus Altenstadt und Illertissen, sowie Führungskräfte der Kreisbrandinspektion ausgerückt. So aber blieb die gesamte Verantwortung bei Kommandant Markus Högerle aus Weiler, der für seine umsichtige Organisation hohes Lob von KBM Riedel und KBI Kramer erhielt. Die Kommandanten aus der Nachbarschaft, insbesondere auch aus der Unterallgäuer Gemeinde Pleß, erhielten die Bestätigung, dass sie und ihre Mannschaften in guter Zusammenarbeit zum Erfolg der Übung beigetragen hatten. Sowohl die Versorgung als auch der Einsatz des Löschwassers hatten einwandfrei funktioniert, womit im Ernstfall eine Ausbreitung des Brandes selbst auf nahe stehende Nachbargebäude mit größter Wahrscheinlichkeit verhindert worden wäre. Nach diesem durchaus zufriedenstellenden Fazit konnten die Wehren in ihre Gerätehäuser abrücken und mit Schlauchwäsche und ähnlichen Wartungsarbeiten die Ausrüstung wieder einsatzklar machen. 

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