Weil: Noch keine Festlegung bei neuem Feiertag in Niedersachsen

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat in der Debatte über einen neuen gesetzlichen Feiertag zur Besonnenheit aufgerufen. „Wir haben uns nicht festgelegt, die Diskussion mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräften beginnt gerade erst“, sagte Weil der „Bild“ (Donnerstag). Der Reformationstag sei „eine von mehreren Optionen“.

Es habe ihm sehr gut gefallen, dass die Evangelische Kirche in Niedersachsen im Jubiläumsjahr zu 500 Jahren Reformation immer wieder Angebote zur interreligiösen Diskussion unterbreitet habe und dass die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen betont worden seien. „Als Tag der interreligiösen Diskussion und Zusammenarbeit wäre der Reformationstag ein guter Anlass für einen gesetzlichen Feiertag“, so Weil. Die Kritik der Jüdischen Gemeinde am lutherschen Antisemitismus wies der SPD-Politiker zurück. „Auch am Reformationstag 2017 ist Luther keineswegs kritiklos gefeiert worden. Die evangelische Kirche hat sich mit seinen Fehlern sehr klar auseinandergesetzt und der luthersche Antisemitismus ist durch nichts zu rechtfertigen.“ Er wolle nun erst mal „in Ruhe Gespräche mit den Religionsgemeinschaften und anderen gesellschaftlichen Kräften“ führen, so Weil. Ziel sei, dass das Parlament noch in der ersten Jahreshälfte eine Entscheidung fällen könne.

Stephan Weil , über dts Nachrichtenagentur
Foto: Stephan Weil , über dts Nachrichtenagentur