Wald – Blitzschlag in Kirchturm – Vollbrand

Lkrs. Ostallgäu/Wald | 05.01.2012 | 12-0041

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Donnerstagabend, 05.01.2012, gegen 17.30 Uhr, wurde der Brand der Kirche in Wald, Landkreis Ostallgäu, der Polizeieinsatzzentrale in Kempten, mitgeteilt. Der ca. 60 m hohe Glockenturm stand beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits in Vollbrand und drohte einzustürzen. Die 20 m Hohe Spitze des Turmes bestand aus einer Holzkonstruktion. Aufgrund der gefährlichen Situation für die Einsatzkräfte mussten sich die Löschmannschaften aus dem unmittelbaren Bereich des Turms zurückziehen, da die Gefahr bestand, von herunterfallenden Trümmern getroffen zu werden. Aus dem gleichen Grund wurden 15 Personen aus drei angrenzenden Gebäuden evakuiert und von Einsatzkräften der Betreuungseinheiten versorgt.

Die Mehrzahl der Evakuierten kam bei Verwandten unter.  Bei einem dieser Gebäude handelte es sich um ein landwirtschaftliches Anwesen. Die Tiere aus dem Gehöft wurden ebenfalls evakuiert und von anderen Landwirten aufgenommen. Aufgrund des vorherrschenden Windes kam es zu starkem Funkenflug. Kurz vor 20 Uhr stürzte die brennende Turmspitze auf das Friedhofsgelände und auf die Hauptstraße. Von dort aus konnten Einsatzkräfte die brennende Kuppel am Boden ablöschen. Bei diesem Teileinsturz des Turmes wurde weder das Kirchenschiff, noch die angrenzenden Gebäude, in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr konnte im Nachgang die Löscharbeiten an dem Turm, dessen hölzernes Treppenhaus sich ebenfalls entzündet hatte, konzentrierter fortsetzen. Die Löscharbeiten sind sehr umfangreich und zeitaufwendig. Aufgrund von Wassermangel musste zwischenzeitlich das Löschwasser aus einem naheliegenden Bach, über mehrere 100 meterlange Schlauchleitungen, herbeigeschafft werden.

Insgesamt befanden sich ca. 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr (Feuerwehren aus Wald, Marktoberdorf, Seeg, Rückholz, Leuterschach und Oberthingau, Füssen u.a.), 50 Rettungskräfte sowie 20 Beamte der Polizei vor Ort im Einsatz. Auf Grund der Witterungsverhältnisse und des zeitlichen Umfangs des Einsatzes mussten die Kräfte immer wieder ausgetauscht werden. Hier konnte die Kreisbrandinspektion Ostallgäu und die ILS Allgäu auf ein funktionierendes Alarmsystem zurückgreifen. Der Bereich um die Kirche wurde auch in der Nacht weiträumig abgesperrt. Da der Brandausbruch im zeitlichen Zusammenhang mit einem Wintergewitter stand, besteht die Möglichkeit, dass das Feuer durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde, eine abschließende Aussage ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Die Ermittlungen werden zunächst vom Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizei Memmingen übernommen werden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden bei dem Brand keine Personen verletzt. Angaben zur Höhe des Sachschadens sind derzeit noch nicht möglich.

 

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