Vöhringen – Einsatzkräfte üben Gefahrgutunfall mit vielen Verletzten

Lkrs. Neu-Ulm/Vöhringen + 06.10.2012 + 12-2369

06-10-2012 zwiebler gefahrgutuebung voheringen new-facts-eu

„Lastzug stößt gegen voll besetzten Schulbus, dazwischen wird ein Pkw eingeklemmt, ein weiterer Pkw mit Anhänger, auf dem brennbare Flüssigkeiten in Fässern gelagert sind, prallt dagegen und liegt auf dem Dach, auf der anderen Seite schleudert ein Fahrzeug beim Ausweichen in den Graben und beginnt zu brennen, und ein weiterer Pkw überschlägt sich und bleibt fünfzig Meter weiter im Graben auf dem Dach liegen !“ Dieses Massenunfall-Szenario war am Samstag Vormittag, 06.10.2012, von einem fleißigen Darstellerteam vorbereitet worden, denn dass sich das alles auf einmal in Wirklichkeit abspielen sollte, will man dann doch nicht befürchten.

So aber war die Werner-von-Siemens-Straße mit Trümmern übersät, und andererseits stand eine Menge Zuschauer bereit, als kurz nach neun Uhr Zug um Zug die Feuerwehren aus allen Stadtteilen Vöhringens sowie von den Wieland-Werken und aus dem benachbarten Illerrieden anrückten, um die Großschadenslage Stück für Stück und je nach Dringlichkeit abzuarbeiten. Einsatzleiter Tobias Standop teilte den Gruppen- und Zugführern ihre Aufgaben zu, und so lief bald eine umfangreiche Aktion an. Menschenrettung hat natürlich Vorrang vor allen anderen Maßnahmen, und so mussten zuerst „eingeklemmte“ Verletztendarsteller aus den realitätsnah präparierten Wracks befreit werden. Gleichzeitig wurde der Bus geöffnet, in dem sich mehr als dreißig junge Leute befanden, die mit allerlei „Verletzungen“ präpariert waren. Einige rannten im „Schock“ davon und mussten „eingefangen“ werden; dazwischen drängten sich aufgeregte Eltern, die ihre Kinder heraus holen wollten oder den Einsatzkräften Vorwürfe machten, warum das alles so lang dauere, und „nebenbei“ hatten die Retter auch noch mit Feuer und pyrotechnisch dargestellten Explosionen sowie mit Gefahrstoffen zu tun, die auf die Straße tropften und abgebunden werden mussten. Nach gut zwei Stunden „normalisierte“ sich die Lage; die „Verletzten“ waren teilweise mit hydraulischen Rettungsgeräten befreit sowie nach der Erstversorgung dem Rettungsdienst übergeben und registriert worden, die Brände waren gelöscht und die gefährlichen Flüssigkeiten aufgenommen und unschädlich gemacht. So konnte Kreisbrandinspektor Werner Wildt, der das Ganze von außen beobachtet hatte, bei der Abschlussbesprechung ein durchaus positives Fazit ziehen: Insgesamt 67 Einsatzkräfte hatten gut zusammen gearbeitet und waren mit der anspruchsvollen und zunächst unübersichtlichen Lage fertig geworden. Sein Dank galt auch namens von Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt den Firmen, die ihre Fahrzeuge als Übungsobjekte bereit gestellt hatten, den Darstellern, die sich um realitätsnahe Präsentation bemüht hatten und natürlich der Einsatzleitung und allen Feuerwehrleuten und Rotkreuzhelfern, die einen Samstagvormittag dafür geopfert hatten, um sich auf Schadensfälle vorzubereiten, die zwar hoffentlich nie eintreten, auf die sie aber dennoch vorbereitet sein müssen.

 

Foto: Zwiebler / Text: wis

 

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