US-Afghanistan-Beauftragter: Abzugsplan muss überdacht werden

US-Soldaten in Afghanistan, über dts Nachrichtenagentur
Foto: US-Soldaten in Afghanistan, über dts Nachrichtenagentur

Washington – Der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, Dan Feldman, hat angekündigt, dass der Abzug internationaler Truppen vom Hindukusch erneut überdacht werden müsse. „Wenn die aktuelle Kampfsaison vorbei ist, werden wir die Lage erneut analysieren, den Bedarf feststellen und überlegen, wie der Abzug 2016 fortgesetzt wird und wie es danach weitergehen kann“, sagte Feldman der „Welt“. Bisher galt, dass die internationale Mission Resolute Support Ende 2016 abgeschlossen werde und dann nur noch eine Truppe zur Sicherung der US-Botschaft im Land verbleiben werde.

„Es bleibt bei dem Plan, bis 2017 die US-Militärpräsenz umzubauen und auf eine Sicherheitshilfsmission zu reduzieren, die von der US-Botschaft in Kabul aus operiert. Diese Mission wird sich allerdings sehr deutlich von anderen US-Botschaften unterscheiden“, sagte Feldman nun. Derzeit befinden sich noch etwa 9.800 US-Soldaten in Afghanistan. Beim Besuch des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani im März in Washington hatte US-Präsident Barack Obama zugestimmt, den Abzug der US-Kräfte aus Afghanistan in diesem Jahr zu verlangsamen. Von einer Revision der Pläne für 2016 und darüber hinaus war aber bisher nicht die Rede. Die Bundesregierung sei ebenfalls bereit, ihren Abzugsplan erneut zu revidieren. „Auch in Deutschland will man die Planungen für die Zeit nach 2016 noch einmal überdenken, je nachdem wie sich die politische und militärische Situation jetzt entwickelt und dafür danke ich der Bundesregierung“, sagte Feldman der „Welt“. Im Rahmen des Bundestagsmandats sind noch bis zu 850 Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan stationiert, die vor allem Ausbildungs- und Beratungsfunktionen wahrnehmen.

Über dts Nachrichtenagentur