Unternehmerabend Mobiles Arbeiten in der Cloud in Kaufbeuren

Foto: aiti-Park IT-Gründerzentrum GmbH

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Seit rund einem Jahr ist klar, dass neben Online-Kriminellen auch Geheim- und Nachrichtendienste immer stärker nach fremden Daten greifen. Wenn Unternehmer die Kontrolle über ihre Daten behalten wollen, müssen sie sichere Lösungen für den Datentransfer und die Speicherung einsetzen. Gleichzeitig nimmt durch mobiles Arbeiten die Nutzung von Cloud-Speicherplattformen wie Dropbox, Google Skydrive, iCloud usw. zu. Über 50 Unternehmer informierten sich am 03.07.14 im INNOVA Allgäu Hightech-Park über Gefahren und Chancen von mobilem Arbeiten. Veranstalter waren die Stadt Kaufbeuren, die Wirtschaftsjunioren Kaufbeuren/OAL, der INNOVA Allgäu Hightech-Park, der aiti-Park im Rahmen der IT-Offensive Bayerisch-Schwaben und der eBusiness-Lotse Schwaben.

 

Ein Mitarbeiter eines führenden Konstruktionsbüros lässt sein Smartphone in der Mittags-pause beim Italiener liegen. Bis er den Verlust bemerkt und veranlasst, dass es sicher verwahrt wird, ist wertvolle Zeit vergangen. Kriminelle haben es entdeckt und eine Software installiert, die sämtliche Aktivitäten sofort: alle ein- und aus-gehenden Mails, SMS, Telefonate, alle vorhandenen Bilder und natürlich auch alle Kontaktdaten und Passwörter. Warum sie es zurückbringen? Daten sind viel wertvoller als das Gerät. Der Nutzer bemerkt davon nichts. Er ist froh, sein Gerät wieder zu haben und nutzt es wie zuvor auch. Ohne sein Wissen gelangen die Hacker über die Funktion Passwort zurücksetzen auch an die nicht auf dem Gerät gespeicherte Zugänge. Wenn jetzt noch Konstruktionsdaten auf einem Cloud-Speicher liegen ist der Gau perfekt. Die Geschichte ist fiktiv. Trotzdem kann sie jeden Tag genau so passieren.

 

Hacker-Demo, Verschlüsselung und Beispiele für mobiles Arbeiten mit Cloud-Software

Wirtschaftsförderer Peter Igel bedankte sich bei Organisator Stefan Schimpfle vom Augsburger aiti-Park: „Unsere Unternehmer sind uns sehr wichtig. Abende wie dieser liefern Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung und das Wachstum der Betriebe und stärken deren Wettbewerbsfähigkeit.“ In insgesamt drei verschiedenen Vorträgen erläuterten die Referenten anschaulich und zum Teil mit Live-Demos, welche Risiken und Chancen die Technologie mit sich bringt.     

Die Referenten der Hochschule Augsburg, Sebastian W. Krämer und Benjamin Kahler erläuterten das Vorgehen von Online-Kriminellen. Mit der Verschlüsselung stellte Stefan Wollny von der Secomba GmbH eine Methode für mehr Sicherheit vor. Dr. Thomas Eisenbarth, makandra GmbH lieferte mit dem Beispiel einer Zeiterfassungssoftware eine Vorlage, die zeigt, wie einfach und wirkungsvoll der Einsatz von iPads im Betrieb sein kann. Wichtige Prozesse wie Erfassung, Dokumentation und Abrechnung funktionieren schneller und werden transparenter.

Am Ende sprach ein Unternehmer aus, was viele dachten: „Cloud, Apps, Softwarelösungen die für mehr Produktivität sorgen – das ist schön und gut. Aber funktioniert das auch in Gebieten, die eine schlechte Breitbandversorgung haben?“ In der folgenden kurzen Diskussion wurde deutlich, dass es darauf keine umfassende Antwort gibt. In Ballungs-räumen ist Bandbreite häufig kein Problem. Um in gleichem Maße von der Digitalisierung profitieren zu können, braucht auch der ländliche Raum breitbandige Internetverbindungen als Basis für mobile Dienste.

„Wir versuchen mit unseren verschiedenen Projekten und Initiativen das gebündelte IT- Know-how auch in der Fläche verfügbar zu machen und die Wirtschaft in ganz Schwaben zu unterstützen. Deswegen sind wir froh über die gute Zusammenarbeit mit den Wirtschafts-förderern und Wirtschaftsjunioren im Allgäu“, so Stefan Schimpfle in seinem Resümee. Das Informationsangebot des eBusiness-Lotsen Schwaben in Form von Leitfäden und Infobroschüren ergänzte die Vorträge.

Der eBusiness-Lotse Schwaben ist Teil der Förderinitiative „eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen“, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwer-punkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Ent-wicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Mittelstand-Digital setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen „eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen“ mit 38 eBusiness-Lotsen, „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“ mit  16 För-derprojekten und „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“ mit zurzeit 13 Förderprojekten. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.

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