Unterallgäu – Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Süd“ – auch zwei Objekte im Unterallgäu durchsucht

Landkreis Unterallgäu + 10.07.2013 + 13-1254

Hakenkreuz VerbotAm Mittwoch Morgen, 10.07.2013, ging die Bayerische Polizei gegen das Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) vor. Im gesamten Freistaat wurden mehr als 70 Wohnungen Arbeitsstätten von Verdächtigen durchsucht. Darunter waren auch zwei Objekte im Landkreis Unterallgäu. Mit rund 700 Beamten von Polizei und Verfassungsschutz, war das eine der größten Aktionen in Bayern gegen Rechts.

„Ziel der Ermittlungen ist es, die Strukturen dieses neonazistischen Netzwerkes  weiter aufzuklären und Beweismaterial für ein Vereinsverbot zu sammeln“, so der Bayerische Innenminister Herrmann in einer Pressekonferenz in München.

Laut bayerischem Verfassungsschutzbericht ist das „Freie Netz Süd“ (FNS) das größte Neonazi-Netzwerk in Bayern. Dem Bündnis werden etwa 20 Gruppen und bis zu 150 Rechtsextremisten aus dem gesamten Freistaat zugeordnet.

Wie LKA-Chef Peter Dathe bestätigte, wurde auch eine Wohnung in München durchsucht, in der der als NSU-Unterstützer angeklagte Andrè E. zu Beginn des Prozesses um die Terrorzelle gewohnt haben soll. Das sogenannte „Braune Haus“ in Obermenzing steht im Verdacht, Treffpunkt der Szene in München zu sein. „Diese Übernachtungen, die dort stattgefunden haben, zeigen natürlich eine gewisse Sympathie“, sagte Verfassungsschutz-Präsident Burkhard Körner. Es gebe aber bislang keine Anhaltspunkte, dass es schon früher Verknüpfungen des NSU-Umfelds mit der Münchner Neonazi-Szene gegeben habe.

Bei der bayernweiten Durchsuchung fanden die Beamten Pistolen, Knüppel sowie rechte Propaganda und Porträts von Adolf Hitler. Ebenso wurden Hakenkreuzfahnen von der Polizei beschlagnahmt. Die Auswertung von sichergestellen Computern, Festplatten und anderen Datenträgern wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

 

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