Unterallgäu – Drei Euro für den Klimaschutz und gegen Ungeziefer im Garten

Eine Biotonne bringt mehrere Vorteile

biotonnenEin Blick in die Statistik zeigt: 24 Kilogramm Biomüll wurden im Jahr 2013 durchschnittlich je Unterallgäuer gesammelt. Gleichzeitig landen laut einer Studie der Universität Stuttgart jedes Jahr pro Person im Schnitt 82 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Tendenz steigend. Verwerten die Unterallgäuer also ihre Lebensmittel besser? Werfen sie weniger weg? Werden so viele Speisereste kompostiert? Oder landen sie doch im Restmüll? Eine Biotonne hat derzeit nämlich nur etwa jeder fünfte Unterallgäuer Haushalt. Und das, obwohl die kleinste Tonne nur genau drei Euro im Monat kostet, wie der Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft, Anton Bauer, sagt.

Er hofft, dass sich künftig noch mehr Haushalte für eine Biotonne entscheiden und so ganz nebenbei einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn: Der gesamte Biomüll, der im Unterallgäu gesammelt wird, wird in einem Biomassezentrum zunächst vergoren. Dabei entstehen Biogas und Strom. Und auch die Gär-Rückstände werden weiterverwendet: Sie werden aufbereitet und als Kompost sowohl im Garten- und Landschaftsbau wie auch in der Landwirtschaft eingesetzt. „So entsteht ein nahezu perfekter Kreislauf“, sagt Bauer.

Landet Biomüll hingegen in der Restmülltonne, wird dieser mit den anderen Abfällen verbrannt. Oberstes Ziel ist es jedoch, so wenig Müll wie möglich zu verbrennen, sondern im Gegenteil so viel wie möglich wiederzuverwerten. „Ressourcenwirtschaft“ nennt Bauer das. Zudem verstößt jeder, der beispielsweise Speisereste in den Restmüll wirft, gegen die Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises und muss mit einem Bußgeld rechnen. Im Vergleich dazu wäre es wesentlich günstiger, einfach eine Biotonne anzumelden. Die kleinste Biotonne mit einem Fassungsvermögen von 60 Litern kostet gerade einmal drei Euro im Monat. Die 80-Liter-Biotonne kostet vier Euro, die 120-Liter-Biotonne sechs Euro. Geleert wird die Biotonne alle zwei Wochen – in den Sommermonaten sogar jede Woche.

Die einzige andere Möglichkeit: Die Kompostierung auf dem eigenen Grundstück. Denn: Jeder, der keine Biotonne anmeldet, kann auf Antrag von der Biotonnen-Pflicht befreit werden. Damit verpflichtet man sich gleichzeitig dazu, sämtliche Bioabfälle ganzjährig auf dem Grundstück zu kompostieren, auf dem sie anfallen. Die Komposterde muss auf demselben Grundstück ausgebracht und somit verwertet werden. Allerdings ist es nicht einfach, einen Kompost so zu bauen, dass von Speiseresten keinerlei Ungeziefer angelockt werden kann. Auch deshalb empfiehlt Bauer zusätzlich zum Kompost eine Biotonne.

Die neue gesetzliche Pflicht, dass Bioabfälle ab 2015 getrennt gesammelt werden müssen, ändert im Unterallgäu laut dem Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft nichts: Hier wird dies schon seit 1996, also seit fast 20 Jahren so gehandhabt. Die bisherigen Befreiungen sind auch ab dem kommenden Jahr nach wie vor gültig. Sie werden stichprobenartig überprüft.

Was darf in die Biotonne?

Aus dem Haushalt dürfen unter anderem folgende Bioabfälle in die Biotonne:

  • Gekochte und ungekochte Speisereste,
  • verdorbene Lebensmittel,
  • Obst- und Gemüseabfälle, Obst- und Eierschalen,
  • Brot- und Gebäckreste,
  • Fleisch- und Wurstreste,
  • Käse-, Quark- und Joghurtreste,
  • Kaffeefilter, Kaffeesatz und Teebeutel,
  • Haare sowie nicht mineralische Tierstreu aus Pflanzenfaser, Stroh oder Holz.

Aus dem Gartenbereich dürfen in die Biotonne:

  • Unkräuter,
  • faules und grünes Obst,
  • Wurzeln, kleine Zweige, Laub und zerkleinerter Strauchschnitt,
  • mit Schädlingen und von Krankheiten befallene Pflanzen,

angetrockneter Rasenschnitt.

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