Unterallgäu – „Burnout-Erkrankte werden immer jünger“

Unterallgäu | 07.12.2011| 11-1598

Vortrag im Landratsamt stößt auf großes Interesse

 Die an Burnout Erkrankten werden immer jünger: Waren früher vor allem Menschen im mittleren Alter betroffen, leiden heute oft auch Schüler und Studenten unterm Ausgebranntsein. Darauf hat Jürgen Schuster, Fachmann für Prävention, in seinem Vortrag „Burnout – der Flächenbrand“ im Landratsamt Unterallgäu aufmerksam gemacht. Der Vortrag im Rahmen der Reihe „… und jetzt erst richtig“ des Unterallgäuer Gesundheitsamts stieß mit rund 130 Besuchern auf großes Interesse.

Die Zahl der an Burnout Erkrankten steige kontinuierlich an, sagte Schuster. Schuld daran sei der zunehmende Druck in der Gesellschaft. „Wir definieren uns heutzutage sehr stark über unsere Leistungen“, so der Referent. Viele hätten kein Gespür mehr dafür, wann die Freude an der Arbeit in die Überforderung umschlage und Alarmsignale wie Schlafstörungen oder Rückenschmerzen würden häufig übergangen.  

Beschwerden wie diese sollten aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden, riet Schuster. Denn wenn das „rote Lämpchen Körper“ angehe, sei es häufig Zeit, die Notbremse zu ziehen. „Wir sagen viel zu lange, ich schaffe das schon“, sagte Schuster. Dabei sollte ständiger Druck rechtzeitig reduziert werden. Sonst laufe man Gefahr, dass irgendwann gar nichts mehr gehe und man an Burnout erkranke.

Vor Burnout sei niemand gefeit. „Es kann jeden treffen“, sagt Schuster. Burnout komme in allen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen vor.

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