Unterallgäu – Arbeiten am medizinischen Konzept laufen auf Hochtouren

Lkr. Unterallgäu | 07.02.2012 | 12-0394

Wie können die Kliniken im Landkreis Unterallgäu fit gemacht werden für die Zukunft? Wie kann sich das Kommunalunternehmen in den kommenden Jahrzehnten behaupten? Wie kann es den Kreiskliniken gelingen, schwarze Zahlen zu schreiben?  Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Verantwortlichen im Unterallgäu seit vielen Jahren. Aktuell stehen die Themen Kooperation und Spezialisierung im Mittelpunkt. Jetzt hat Klinik-Vorstand Franz Huber den Kreisausschuss über den Stand der Zusammenarbeit mit dem Klinikum der Stadt Memmingen informiert. Ausführlich mit dem Thema befassen wird sich der Kreistag in seiner Sitzung am 27. Februar.

Wie der Klinik-Vorstand ausführte, hat der Landkreis Unterallgäu in der Vergangenheit bereits schwierige Entscheidungen getroffen und damit den in vielen anderen Landkreisen noch bevorstehenden Abbau von Krankenhausbetten schon umgesetzt: So wurden die Krankenhäuser in Pfaffenhausen (1974), Türkheim (1983) und Babenhausen (1999) geschlossen, das Kreiskrankenhaus Memmingen ging 1986 an die Stadt Memmingen über.

Seit dem Jahr 2009 laufe nun die Suche nach möglichen Kooperationspartnern – immer unter der Voraussetzung, dass die Kreisklinik Ottobeuren als Haus der Grundversorgung bestehen bleiben und sowohl eine Abteilung für Innere Medizin als auch eine chirurgische Abteilung vorhalten soll. Ende 2009 sprachen sich der Verwaltungsrat und in der Folge der Kreistag dafür aus, künftig enger mit dem Klinikum Memmingen zusammenzuarbeiten; im Jahr 2010 wurde hierfür eine gemeinnützige Klinikmanagement-Gesellschaft gegründet. Für die Unternehmensentwicklung gab der Verwaltungsrat im Jahr 2011 laut Vorstand Huber drei Ziele aus: Erhalt der Standorte Mindelheim und Ottobeuren, Erhalt der kommunalen Trägerschaft und Wirtschaftlichkeit zukünftiger Lösungen. Der Vorstand wurde damit beauftragt, vier Szenarien durchzuplanen: von der weiteren Eigenständigkeit der Kreiskliniken Mindelheim und Ottobeuren über eine Fusion mit dem Klinikum Memmingen oder eine Fusion mit einem anderen Partner bis hin zu der Lösung, lediglich die bereits bestehende Kooperation mit Memmingen fortzusetzen. Nach mehreren Sitzungen habe der Verwaltungsrat schließlich im Juli 2011 einstimmig beschlossen, in Gesprächen mit der Stadt Memmingen die Möglichkeiten eines gemeinsamen Krankenhausunternehmens auszuloten.

Das Ergebnis dieser Gespräche: Um gute Entscheidungsgrundlagen für die politischen Gremien zu schaffen, wird derzeit ein umfassendes medizinisches Konzept erarbeitet. Dieses Konzept soll laut Huber aufzeigen, welche medizinischen Leistungen künftig an welchem der drei Standorte Memmingen, Mindelheim und Ottobeuren angeboten werden. Im Juli 2012 soll das Konzept den zuständigen Gremien vorgestellt werden, damit sich diese noch vor der Sommerpause damit befassen können. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, betonte Huber. Laut dem aktuellen Zeitplan könnte das gemeinsame Krankenhausunternehmen – die Zustimmung der Gremien in Stadt und Landkreis vorausgesetzt – seine Tätigkeit dann zum 1. Januar 2013 aufnehmen.

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