Unterallgäu – 20 Jahre Kreisfeuerwehrverband

Lkrs. Unterallgäu/Mindelheim + 14.12.2013 + 13-2233

DSC 0119

hps – Während eines für die Unterallgäuer Feuerwehren wieder ereignisreichen Jahres gab es 2013 auch ein kleines Jubiläum zu feiern: Der Kreisfeuerwehrverband Landkreis Unterallgäu e.V. beging am 5. 10.2013 sein 20-jähriges Gründungsjubiläum.

gaum franz 2013Bei der Frage, warum dieser Kreisfeuerwehrverband Unterallgäu 1993 gegründet wurde, muss man zunächst einen kurzen Blick auf die bayerische Feuerwehrgeschichte werfen. Mit Gründung der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern ab Mitte des 19. Jahrhunderts ergab sich die Notwendigkeit, ein einheitliches Feuerlöschwesen zu organisieren. Nach Gründung von Kreisfeuerwehrverbänden (heute vergleichbar mit den Bezirksfeuerwehrverbänden) erfolgte am 13. April 1868 die Gründung des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern zählten im Übrigen auch die Freiwilligen Feuerwehren Mindelheim und Memmingen. Dem unermüdlichen Wirken des Landesfeuerwehrverbandes war es zu verdanken, das es im Jahr 1908 in 96 % der damals 7284 Gemeinden in Bayern Freiwillige Feuerwehren gab.

Maßgeblich wirkte der Feuerwehrverband bei der Einführung von technischen Vorschriften und Normung von Gerätschaften mit. Um ein einheitliches Erscheinungsbild der Feuerwehren zu erreichen, wurden auch einheitliche Uniformierungen beschlossen. Immerhin war um 1908 jeder sechste männliche Einwohner Bayerns Feuerwehrmann.

Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten änderte sich auch das Feuerwehrwesen in Bayern. Die Freiwilligen Feuerwehren wurden zu Polizeihilfstruppen umbenannt, Berufsfeuerwehren mussten sich als Feuerschutzpolizei einordnen. Die Feuerwehrführungskräfte wurden nicht mehr gewählt, sondern ernannt. Schließlich wurden der Landesfeuerwehrverband Bayern und die Kreisfeuerwehrverbände 1938 aufgelöst.

Da die amerikanische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern keine verbandsmäßige, starke Feuerwehrführung auf Landesebene mehr zuließ, war 1948 nur die Zulassung eines sogenannten „Sprechergremiums“ möglich: Aus jedem bayerischen Regierungsbezirk gab es einen „Sprecher“ der Feuerwehren. Ihre Rechte waren sehr begrenzt, zu grundsätzlichen Fragen des Feuerlöschwesens wurden sie nur „angehört“. Dieser auf Dauer nicht haltbare Zustand für die bayerischen Feuerwehren führte am 9. Oktober 1993 nach einer beispiellosen, jahrelangen Diskussion über das „Für und Wider“ letztlich zur Wiedergründung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern e.V. am 09.12.1993.

Zu den Gründungsmitgliedern des Landesfeuerwehrverbandes gehörte auch der Kreisfeuerwehrverband Unterallgäu, dessen Gründung vier Tage vorher, also am 5. Oktober 1993, im Kolpinghaus in Mindelheim stattfand. Auch im Unterallgäu gab es im Vorfeld ausführliche Diskussionen dazu, letztlich waren es dann 55 Feuerwehren (von damals 135), welche als Gründungsmitglieder dem Verband beitraten. Aus heutiger Sicht bleibt festzustellen, dass die Schaffung neuer Strukturen bzw. eines starken Feuerwehrverbandes die einzige möglich Chance für eine gesicherte Zukunft der Bayerischen Feuerwehren war. Eine zweite Chance hätte es später nicht mehr gegeben.

Die Gründe für die Verbandsgründung im Jahr 1993 sind sehr vielfältig. Zum einen mussten sich die Feuerwehren neben den Brandereignissen immer mehr mit technischen Unfällen und Umwelt- und Naturereignissen beschäftigen. Dies erforderte eine Verbesserung bei der Ausstattung von Geräten und Schutzkleidungen, verbesserter Alarmierungs- und Kommunikationstechniken sowie eine gesicherte Finanzstruktur für die Gemeinden als Träger der Feuerwehren. Zum anderen galt und gilt es, die Interessen der ehrenamtlich wirkenden aktiven Feuerwehrleute gegenüber dem Staat zu stärken. „Von der Basis für die Basis“ lautet daher ein Grundsatz des Verbandes, was sich auch in einer aktiven Facharbeit widerspiegelt.

Bayernweit sind derzeit in knapp 7.700 Feuerwehren rund 318.000 Feuerwehrmänner und -frauen aktiv. Im Landkreis Unterallgäu wirken in 131 Feuerwehren knapp 6000 Aktive. Die Ausstattung und Ausbildung der Feuerwehren hat sich in den vergangenen 20 Jahren enorm verbessert. Dies ist auch ein Verdienst der Bemühungen der Kreis- und Bezirksverbände sowie des Landesfeuerwehrverbandes Bayern.


Anzeige