Unklare Lage nach Putschversuch in Burundi

Bujumbura – Nachdem der General und frühere Geheimdienstchef Godefroid Niyombare des ostafrikanischen Staates Burundi erklärt hatte, dass das Militär die Abwesenheit von Präsident Pierre Nkurunziza für einen Putsch genutzt habe, herrscht Unklarheit über die Lage im Land. Das Präsidialamt teilte mit, die Erklärung des Militärs sei „völlig aus der Luft gegriffen“. Der Putschversuch sei niedergeschlagen worden.

Niyombare hingegen hatte die Regierung um Präsident Pierre Nkurunziza für abgesetzt erklärt. Nkurunziza hält sich seit Mittwoch in Tansania zu einem Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft auf. Nach seiner Rückkehr werde er eine Erklärung abgeben, so ein Sprecher Nkurunzizas. In Burundi war es in den vergangenen Wochen zu teils gewalttätigen Massenprotesten gekommen, nachdem Nkurunziza seine Pläne für eine dritte Amtszeit bekanntgegeben hatte. Bei den Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Präsidenten sowie zwischen Demonstranten und der Polizei wurden mindestens 20 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Zehntausende Menschen befinden sich auf der Flucht.

Über dts Nachrichtenagentur