Ungerhausen – 2450 Tonnen schwere Stahlbetonbrücke muss 26 Meter verschoben werden – Bahnverkehr unterbrochen

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Foto: Pöppel

In 72 Stunden müssen die Züge wieder auf den Gleisen fahren – Stahlbetonbrücke muss 26 Meter verschoben werden

Der Pkw- und Lkw-Verkehr am Bahnübergang Ungerhausen, im Lkrs.Unterallgäu, auf der Bahnstrecke München – Lindau, wird zukünftig durch eine Bahnunterführung geleitet.
Das 2.450 Tonnen Brückenbauwerk wurde in den letzten drei Monaten von der Landsberger Bauunternehmung Assen direkt neben der eigentlichen Bahnstrecke fertiggestellt – ein Betonkoloss mit 2.450 Tonnen. Die Brücke ist auch ein Teilprojekt der Elektrifizierung der Bahnstrecke München – Lindau. Die entsprechenden Kabel und Leitungen sind bereits in der Brücke verbaut. Am Donnerstagabend, 07.09.2017, um 20.00 Uhr fuhr der letzte Zug über die alten Gleise. Dann ging alles ganz schnell. Der Gleistrupp baute die Schienen ab und Bagger trugen die ganze Nacht über das Erdreich ab. Der Weg zum Verschieben der neuen Brücke ist frei. Am Freitag wurden dann Betonfundamente gelegt und eingepasst. Auf diesen wurden dann Stahlträger zum Brückenvorschub aufgebracht und ausgerichtet. Die Brücke wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag mit Hydraulikkraft Zentimeter für Zentimeter  in Endlage geschoben, insgesamt 26 Meter. Die Technik der Verschiebung wird im Bereich von Stahlbetonbrücken bereits seit den 80er Jahren praktiziert. Dazu wurde der Koloss schon während des Baus auf Trägerschienen gesetzt, die nun verlängert wurden. Auf diesen Trägern soll durch die Hydraulikzylinder die Brücke eingeschoben werden. Der eigentliche Verschiebevorgang hat vier Stunden gedauert. Sprich am Samstagmorgen um 05.00 Uhr stand die Brücke da wo sie hin sollte.
Nun wird angefüllt und die Schienen werden wieder aufgesetzt, so dass der Zugverkehr am Montagmorgen, 11.09.2017, um 05.00 Uhr zwischen München und Lindau uneingeschränkt laufen kann.