UN: Gräueltaten durch IS im Irak

Vereinte Nationen, über dts Nachrichtenagentur
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Genf – Die Vereinten Nationen werfen den radikal-sunnitischen Milizen des „Islamischen Staates“ (IS) schwere Menschenrechtsverletzungen im Irak vor. Durch die Kampfhandlungen zwischen dem IS und der irakischen Armee seien in den letzten Monaten zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen, etwa eine Million Iraker seien inzwischen aus den umkämpften Gebieten geflohen, erklärte die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Flavia Pansieri am Montag in Genf. Durch Gespräche mit diesen Flüchtlingen gebe es starke Hinweise auf schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen durch Mitglieder des IS. Demnach berichten diese unter anderem von gezielten Tötungen, Zwangskonvertierungen, Entführungen, sexuellem und physischem Missbrauch sowie Folter.

Besonders besorgt sei die UN-Menschenrechtskommissarin über die Situation der Zivilbevölkerung, die in den Gebieten unter der Kontrolle des IS zurückgeblieben ist. Deren derzeitigen Lebensumstände seien nicht hinnehmbar. Die medizinische Versorgung sei mangelhaft, Frauen würden massiv unterdrückt, Kinder als Kämpfer rekrutiert sowie religiöse Minderheiten wie Christen und Jesiden verfolgt. Gleichzeitig lägen den Vereinten Nationen aber auch Berichte über Menschenrechtsverstöße durch irakische Regierungseinheiten vor. Demnach sollen beim Beschuss von Ortschaften zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen sein. Außerdem gebe es Hinweise, dass auch irakische Sicherheitskräfte gezielt Gefangene exekutiert hätten. Pansieri forderte die Konfliktparteien dazu auf, die Menschenrechte sowie internationales Recht zu achten. Zudem müsse die irakische Regierung ihrer Verpflichtung, die irakische Bevölkerung zu schützen, endlich nachkommen, betonte die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin.

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