Umweltschutz: Experte warnt vor Verlust der deutschen Vorreiterrolle

Berlin – Der Umweltberater der Bundesregierung, Professor Dirk Messner, hat vor einem Verlust der Vorreiterrolle Deutschlands bei Klimaschutz und Energiewende gewarnt. Messner forderte am Mittwochabend in Frankfurt einen sukzessiven Ausstieg aus der Kohle-Verstromung, um das CO2-Reduktionsziel der Bundesregierung für 2020 noch erreichen zu können: „Wir müssen aus der Kohle raus“, sagte er laut eines Berichts der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagsausgabe). Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die dadurch entstünden, müssten allerdings gelöst werden.

Die Sorgen der „Kohle-Kumpel“ in den Revieren am Niederrhein und in Ostdeutschland um Jobverlust seien real. Der Entwicklungsexperte verwies darauf, dass China inzwischen der weltweit größte Investor bei den erneuerbaren Energien sei und Deutschland überholt habe. Als zweites Hauptproblem beim Klimaschutz in Deutschland identifizierte Messner Hemmnisse beim Energiesparen: „Wir kommen bei der Energieeffizienz nicht voran“, sagte Messner, der Co-Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) und Direktor des deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn ist. Energie werde in Gebäuden, Verkehr, Haushalten und der Industrie immer noch zu verschwenderisch eingesetzt. Die Effizienz der Energienutzung steige bisher jährlich im Schnitt um rund 1,3 Prozent, notwendig seien aber 2,5 Prozent. Der Experte forderte, in diesem Bereich eben soviel zu investieren wie bei den erneuerbaren Energien, unter anderem in die Wärmesanierung von Altbauten. Messner sprach bei der Diskussionsveranstaltung „Forum Entwicklung“ über den globalen Klimaschutz. Das Forum ist eine Debattenreihe, die von „Frankfurter Rundschau“, „HR-Info“ und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) präsentiert wird.

Über dts Nachrichtenagentur

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