Umfrage: Über die Hälfte der Älteren für alternative Wohnformen im Pflegefall

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Berlin – Mehr als die Hälfte der über 50-Jährigen steht alternativen Wohnformen im Pflegefall offen gegenüber, wie eine Umfrage des wissenschaftlichen Instituts (Wido) der AOK unter 50- bis 80-Jährigen für den „Pflege Report 2015“ zeigt, der der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) vorliegt. So kann sich mehr als die Hälfte der Befragten (54,1 Prozent) vorstellen, den Lebensabend in „betreutem Wohnen“ zu verbringen. Darunter versteht man eine altersgerechte Wohnung, für die flexible Hilfen im Haushalt, bei der Betreuung und für die Pflege zur Verfügung stehen.

Ebenfalls mehr als die Hälfte (51,8 Prozent) stehen dem Einzug in einem Mehrgenerationen-Haus offen gegenüber. In solchen Einrichtungen helfen sich Jüngere und Ältere gegenseitig. „Während Politik und Pflegewirtschaft oft noch in den Grenzen herkömmlicher Pflegearrangements denken, sind die über 50-Jährigen schon einen Schritt weiter. Sie wünschen sich viel mehr Wohn- und Versorgungsformen zwischen Heim und Häuslichkeit“, sagte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. Dies müsse aufgegriffen werden, forderte er. Der Möglichkeit einer 24-Stunden-Pflege, bei der eine Pflegekraft im eigenen Haushalt wohnt, stehen 41 Prozent positiv gegenüber. Die „Alten-WG“ wird mit nur 39 Prozent Zustimmung etwas kritischer gesehen. Das Argument dagegen: „Alt macht alt“. Lediglich das Pflegeheim im Ausland findet kaum Zuspruch. Es hat das Image, dass Pflegebedürftige kostengünstig abgeschoben werden. Das Thema Pflege gehört für die Angehörigen der Generation 50+ zum Alltag: Knapp drei Viertel von ihnen (72 Prozent) haben mit dem Thema schon Erfahrung gemacht – entweder in der Sorge um die eigenen Eltern oder selbst als Pflegebedürftige.

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