Umfrage: Schwarz-Grün verliert Mehrheit in Hessen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Neun Monate vor der Landtagswahl in Hessen droht die dort amtierende schwarz-grüne Koalition ihre Mehrheit zu verlieren. Das zeigt eine Umfrage von Infratest-Dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks auf Landesebene. Die CDU käme demnach in Hessen auf 31 Prozent (-1 im Vergleich zur Vorjahresumfrage), die SPD auf 25 Prozent (+1), Bündnis 90/Die Grünen auf 13 Prozent (-1), Linke auf 8 Prozent (unverändert), FDP auf 8 Prozent (+2) und die AfD auf 12 Prozent (-2).

Mit dem Einzug der AfD wären erstmals sechs Parteien im hessischen Landtag vertreten. Im Vergleich zur Landtagswahl 2013 würden CDU und SPD deutlich an Stimmen einbüßen, während Grüne, FDP, Linke und AfD zulegen könnten. Anders als im übrigen Deutschland hat die Flüchtlings- und Integrationspolitik bei den Hessen laut Umfrage an Brisanz verloren. Das Thema rutschte bei der Frage nach den wichtigsten Problemen auf den zweiten Platz (30 Prozent, -15 im Vergleich zum Vorjahr). Platz eins bei der Frage nach den wichtigsten Problemen nimmt nun die Bildungspolitik ein (41 Prozent, +14). Mit der Landesregierung sind mehr als die Hälfte der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden (53 Prozent). Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) konnte allerdings in der Beliebtheit gegenüber Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Boden gutmachen: Wenn die Hessen den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würde Bouffier nur noch fünf Prozentpunkte vor Schäfer-Gümbel liegen: Volker Bouffier 45 Prozent (-3), Thorsten Schäfer-Gümbel 40 Prozent (+5). Im Vorjahr hatte der Abstand noch 13 Prozentpunkte betragen. Die Umfrage fällt in eine Zeit, in der die gemessene wirtschaftliche Grundstimmung besser ist denn je. 89 Prozent der Hessen empfinden die wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut. Für den sogenannten „Hessentrend“ hatte Infratest-Dimap zwischen dem 9. und 16. Januar genau 1.006 hessische Wahlberechtigte befragt.

Hessischer Landtag, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Hessischer Landtag, über dts Nachrichtenagentur