Umfrage: Mehrheit gegen stärkeres Engagement Deutschlands in der Welt

Menschen in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Menschen in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Laut einer Umfrage lehnt die Mehrheit der Bundesbürger ein stärkeres Engagement Deutschlands in der Welt ab. 60 Prozent der Befragten sprachen sich in der repräsentativen Umfrage im Auftrag des Auswärtigen Amtes und der Körber-Stiftung gegen ein stärkeres Engagement der Bundesrepublik in der Welt aus, 37 Prozent waren dafür. Als Hauptgründe für ihren Wunsch nach einer stärkeren Zurückhaltung geben in der aktuellen Umfrage 73 Prozent an, dass Deutschland genug eigene Probleme habe, um die es sich zuerst kümmern sollte, teilte die Körber-Stiftung am Dienstag mit.

50 Prozent begründen ihre Zurückhaltung mit der deutschen Geschichte – insbesondere Befragte ab 60 Jahren argumentieren so. 37 Prozent finden, Deutschlands Einfluss in der Welt sei zu gering, um etwas bewirken zu können. Besonders skeptisch zeigten sich die Befragten in Bezug auf den Einsatz deutscher Soldaten und bei Rüstungsexporten: 82 Prozent wünschen sich weniger Militär-Einsätze der Bundeswehr. Ebenso viele Befragte finden, Deutschland solle weniger Waffen an verbündete Länder liefern. „Ein außenpolitisches Engagement Deutschlands wird in der Öffentlichkeit stark mit militärischem Eingreifen assoziiert“, sagte Thomas Paulsen, Leiter des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung. „Zivile Instrumente und diplomatische Mittel der Außenpolitik müssen in der öffentlichen Diskussion stärker in den Vordergrund gerückt werden.“

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