Umfrage: Manager lehnen Kampf gegen Steueroasen ab

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Berlin – Die Pläne der OECD zur Begrenzung des internationalen Steuerwettbewerbs stoßen in der Wirtschaft allenfalls auf geteilte Zustimmung. Die zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton unter 3.500 Unternehmen in 45 Ländern, über die das „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) berichtet. In Deutschland hält demnach immerhin noch gut die Hälfte der Manager eine strengere Regulierung und Aufsicht über Steueroasen weltweit für nötig.

In den USA und in China sehe das nur jeder dritte Manager so. In Japan hielten gar nur acht Prozent Regulierungen für ein wichtiges Thema. Am Dienstag will die OECD konkrete Empfehlungen vorlegen, wie die legalen Schlupflöcher bei der Verlagerung von Gewinnen gestopft werden können. Bereits im September hatten sich die G20-Staaten auf einen Aktionsplan geeinigt, der 15 Maßnahmen gegen die Aushöhlung der Steuerbasis und die Gewinnverlagerung (Base Erosion and Profit Shifting – BEPS) vorschlug. Im Vergleich zu den Managern aus anderen Teilen der Welt sind die deutschen Führungskräfte der Umfrage zufolge vergleichsweise offen für Regulierungen. Sie würden es sehr schätzen, wenn die internationale Staatengemeinschaft einen verbindlichen Rahmen für erlaubte Steuer-Gestaltungsmöglichkeiten abstecken würde: 83 Prozent der Geschäftsleiter in Deutschland befürworten das. EU-weit sind die Meinungen geteilt: Während in Italien 96 Prozent einen solchen Rahmen fordern, sind es in Frankreich nur 57 Prozent, berichtet das „Handelsblatt“ weiter. G20-Schlusslicht ist Japan: Dort sind der Umfrage zufolge nur zwölf Prozent an einem solchen Rahmen interessiert. International angeglichene Steuersätze können sich demnach jeweils gut 60 Prozent der Manager in Deutschland, in der EU insgesamt sowie in den USA vorstellen.

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