Ulm/Neu-Ulm – Polizei ermittelt gegen mutmaßliche Diebesbande

Ulm/Neu-Ulm + 20.07.2012 + 12-1793

sek-einsatz-vorbereitung new-facts-euGegen drei Jugendliche und einen Heranwachsenden aus Ulm und dem Landkreis Neu-Ulm besteht der Verdacht des schweren Bandendiebstahls. Die inzwischen 14, 16, 17 und 18 Jahre alten Intensivtäter sollen in wechselnder Besetzung zehn vollendete und zwei versuchte Einbrüche begangen haben. Zu einem Teil der Taten liegen bereits Geständnisse vor.
Im Frühjahr dieses Jahres waren von den Einbrüchen meist Gaststätten und Geschäfte in Ulm und Neu-Ulm betroffen. Es entstanden Schäden von über 20.000 Euro, ein Vielfaches der Beute im Gesamtwert von nur wenigen Tausend Euro. Den vier Hauptverdächtigen ordnen Fahnder beiderseits der Donau nach umfangreichen Ermittlungen auch Straftaten wie Autoaufbrüche, den unberechtigten Gebrauch eines Autos samt Schwarzfahren zu.
Die Krönung war Mitte Mai der Diebstahl eins halben Dutzend Lang- und Kurzwaffen, Schreckschusswaffen und Munition aus einem Haus im Landkreis Neu-Ulm. Der Eigentümer war verreist, bei seiner Rückkehr entdeckte er den Verlust. Trotzdem wandte er sich nicht an die Polizei. Nach dem Stand der derzeitigen Ermittlungen besaß er die Waffen illegal und hatte sie frei zugänglich in der Wohnung aufbewahrt. Erst über Dritte, die sich wegen den gestohlenen Waffen Sorgen machten, erfuhr die Ulmer Polizei von der Tat. Nach den bisherigen Erkenntnissen ermöglichte die strafunmündige Tochter des Bestohlenen zwei zur Tatzeit 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen den Zugang zum Haus.


Die Staatsanwaltschaften Ulm und Memmingen beantragten umgehend Beschlüsse zur Durchsuchung der Wohnungen der Verdächtigen in Ulm und Neu-Ulm. Vorsorglich unterstützten Spezialeinsatzkräfte die Durchsuchungen auf beiden Seiten der Donau. Dabei wurden Kurz- und Langwaffen, Munition sowie Beweismittel aus den Einbrüchen sichergestellt. Der 18 Jahre alte Hauptverdächtige wurde nach der Durchsuchungsaktion dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt. Er sitzt seither in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.
Laut einem Gutachten des Bayerischen Landeskriminalamtes handelt es sich bei den sichergestellten Waffen um funktionsfähige Schusswaffen. Weitere Personen stehen unter Verdacht, an einem Teil der Straftaten mitgewirkt zu haben. Darunter ein weiterer 17-Jähriger aus Ulm. Er gestand, vorübergehend eine der gestohlenen Waffen besessen zu haben. Bei ihm stellte die Polizei zudem 20 Gramm Haschisch und Drogenutensilien sicher. Die Ulmer und Neu-Ulmer Polizei ermittelten intensiv, um die fehlenden Waffen rasch aufzuspüren und sicherzustellen. Ob das Quartett darüber hinaus für andere Straftaten in Frage kommt, wird derzeit geprüft.
Dieser länderübergreifende, gemeinsame Ermittlungserfolg belegt erneut, dass die enge
und vertrauensvolle Kooperation über die Grenzen der Donau hinweg reibungslos funktioniert.

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