Ulm – Polizei räumt Haus

Ulm/Donau + 25.04.2013 + 13-0774

Die Polizei hat am Donnerstag, 25.04.2013, in Ulm ein altes Bahnwärterhaus geräumt. Darin hatten sich ohne Erlaubnis der Eigentümerin 24 Osteuropäer, auch Kinder, aufgehalten – unter katastrophalen hygienischen Bedingungen.

polizist-76Anfang der Woche hatte die Polizei von dem illegalen Lager erfahren. Zeugen hatten beobachtet, dass sich bei dem Haus Personen aufhalten, obwohl dieses eigentlich unbewohnbar ist. Die Eigentümerin des Gebäudes versicherte der Polizei, niemandem die Erlaubnis zum Betreten des Hauses gegeben zu haben. Sie stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. Bei der Kontrolle am Donnerstag traf die Polizei insgesamt 24 Personen an, die in dem kleinen Häuschen nächtigten: Acht Männer und acht Frauen, daneben acht Kinder im Alter von sechs bis 17 Jahren. Die Polizei nahm die Rumänen mit zur Wache, um die Personalien festzustellen. Später wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt und durften Ihre Habe aus dem Gebäude holen. Gegen die Personen wird jetzt ermittelt. Das Haus wird nun so verschlossen, dass es nicht mehr ohne Erlaubnis betreten werden kann.

Wie die Polizei weiter mitteilt, herrschten in dem Gebäude katastrophale hygienische Bedingungen. Wasser und Heizung waren nicht vorhanden, dafür menschliche Hinterlassenschaften im unmittelbaren Umfeld der Schlafplätze. Die Personen selbst sind Bettelbanden zuzuordnen, also Menschen, die oft mit schönsten Versprechungen aus ihrer armen Heimat in Osteuropa nach Deutschland gelockt werden. Dahinter stecken häufig professionell agierende Netzwerke. Hier angekommen werden die Personen oft zum Betteln gezwungen, das erbettelte Geld wird ihnen größtenteils von den Hintermännern abgenommen. Die bereichern sich auf diese unmenschliche Art, während den Betroffenen selbst nur wenige Cent bleiben, um nötigste Nahrung zu kaufen.

Die Polizeidirektion Ulm rät deshalb bei Spenden an Bettler zur gesunden Skepsis. Wer Gutes tun und gezielt spenden will, erhält Auskunft über anerkannte, förderungswürdige, Spenden sammelnde Organisationen beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), Bernadottestraße 94, 14195 Berlin, Telefon 030/839001-0, Fax 030/8314750, www.dzi.de.

 

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