Ulm – Auch Drogenkauf im Internet hat Folgen

Lkrs. Alb-Donau-Kreis/ + 22.10.2013 + 13-2114

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, mahnt die Polizei. Auch jenen, die über das Netz illegale Drogen kaufen, kommen Ermittler auf die Spur. Was verharmlosend als Kräutermischung oder Badesalz angeboten wird, enthält häufig berauschende Wirkstoffe, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Neben gesundheitlichen Risiken drohen den Abnehmern Strafanzeigen.

pilze drogen rauschmittel pressefoto new-facts-euDass die Ermittlungsbehörden auch in solchen Fällen aktiv sind, zeigt ein Beispiel aus Laichingen: Bei einer Kontrolle Ende Oktober stellten Fahnder bei einem 27-Jährigen zwei Päckchen Kräutermischungen sicher. Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass er seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf solcher Mischungen bestreitet. Als der Ertappte später einer Vorladung zur Polizei folgte, stand er unter Drogeneinfluss. Zudem hatte er eine kleinere Menge einer illegalen Droge dabei. Der Mann gab zu, auf Kräutermischungen im Wert von mehreren hundert Euro zu warten, die er über das Internet bestellt hatte.  

Die Staatsanwaltschaft Ulm beantragte einen richterlichen Beschluss, aufgrund dessen diese Postsendung beschlagnahmt wurde. Sie enthielt tatsächlich 100 Gramm verschiedener Kräutermischungen. Wenige Tage später bestellte der 27-Jährige erneut, was den Rauschgiftfahndern nicht verborgen blieb.

Wieder beschlagnahmten die Ermittler aus seiner Post über 100 Gramm verschiedener Kräutermischungen. Der Mann sieht nun einem umfangreichen Strafverfahren entgegen. Zwischenzeitlich hat die Polizei weitere Besteller identifiziert und über 150 Gramm Kräutermischungen beschlagnahmt. Auch in diesen Fällen folgen Strafanzeigen.

 Die Anbieter nennen ihre Drogen „Legal Highs“ und stellen sie damit fälschlich als legal und als harmlos dar. Der Schutz der Konsumenten ist dabei wohl kaum in ihrem Interesse. Denn in der Praxis zeigt sich die Gefährlichkeit der Drogen, mancher Konsument musste schon ins Krankenhaus gebracht werden. Längst sind sich Experten einig, dass „Legal Highs“ nicht nur illegal, sondern auch äußerst gefährlich sind und psychische Schäden verursachen können. Ein Konsum hat nicht nur im Ausnahmefall eine psychische Erkrankung zur Folge.

 „Legal Highs“ sind synthetische, also künstliche Cannabinoide. Nach der Feststellung eines solchen Wirkstoffes und seiner Gefährlichkeit stellt ihn der Gesetzgeber unter die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes. Damit ist der Wirkstoff verboten, wer ihn besitzt macht sich strafbar und muss mit  Geld- oder Freiheitsstrafen und führerscheinrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Hersteller der „Legal Highs“ versuchen, den Strafbestimmungen rasch auszuweichen. Eine geringe chemische Veränderung des Wirkstoffes führt aber nur vorübergehend zur Straffreiheit, bis auch dieser Stoff erkannt und unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt ist.

 Die meisten Internetfirmen, die „Legal Highs“ vertreiben, haben ihren Sitz im Ausland und sind für die deutsche Gerichtsbarkeit nicht greifbar. Gegen die Empfänger wird jedenfalls strafrechtlich ermittelt. Um solche Stoffe möglichst vor der Zustellung aus dem Verkehr zu ziehen, nutzen die Ermittler alle rechtlichen Möglichkeiten.


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