Türkheim – First-Responder-Team der Feuerwehr hat Prüfung bestanden

Lkrs. Unterallgäu/Türkheim + 19.12.2013 + 13-2256

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Am Sonntag, 15.12.2013, war der Prüfungstermin für die 14 First-Responder-Anwärter (der so genannte „Helfer vor Ort“) der Freiwilligen Feuerwehr in Türkheim, Lkrs. Unterallgäu. Seit Anfang Oktober drückten die Frauen und Männer jeden Sonntag die Schulbank im Feuerwehrhaus. Ausbilder des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) München vermittelten den Teilnehmern in rund 90 Stunden kompaktes Fachwissen, das die Helfer für ihre Arbeit als First-Responder benötigen. Es mussten die unterschiedlichsten Notfall- und Krankheitsbilder mit ihren Symptomen gelernt werden und die dazugehörigen Maßnahmen. Auch verschiedene Szenarien im häuslichen bzw. betrieblichen Bereich wie Sturz aus Höhe, Vergiftungen, Verbrennungen, Kindernotfälle u.a. waren Themen der Ausbildung.

Beim Abschluss wurden durch die Prüfungskommission des ASB München, bestehend aus Lehrrettungsassistenten und Ärzten, ein weitreichendes theoretisches Wissen in schriftlicher Form abgefragt und die Anwärter mussten zahlreiche Fallbeispiele im Team abarbeiten. Darunter fielen Erkrankungen wie Schlaganfall, Suizidversuch, ein Astma-Anfall, Brüche, Herzinfarkt u.v.a. Die Verletztendarsteller waren entsprechend ihrer Erkrankung geschminkt und spielten die dazugehörigen Symptome den angehenden First-Respondern realistisch vor.

Alle 14 Frauen und Männer konnten am Sonntag Abend die Glückwünsche der Ausbilder und der Prüfungskommission entgegennehmen. 90 Stunden für das Ehrenamt – eine beachtenswerte Leistung, vor allem wenn man weiß, dass die Ausbildung mit einer sehr qualifizierten Prüfung abschließt. Die neuen Helfer vor Ort werden in den kommenden Wochen nun als sogenannte „Dritter“ auf dem Rettungswagen mitfahren und praktische Erfahrung sammeln. Auch sollen die Rettungsassistenten und -sanitäter die Helfer vor Ort kennenlernen und gemeinsam mit ihnen das System „First-Responder“ weiter optimieren.

Nach dem im April 2013 der Marktgemeinderat von Türkheim, Lkrs. Unterallgäu, grünes Licht für das Projekt „First-Responder“ bei der Freiwilligen Feuerwehr gegeben hat und es für eine bemerkenswerte Idee und ein tolles Signal für die Gemeinde hielt, war der Weg frei für die spezielle Ausbildung der Einsatzkräfte. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) München brachte gemeinsam mit der Feuerwehr Türkheim das Projekt auf dem Weg und verzichtete auf einen großen Teil der Ausbildungskosten für die First-Responder.

Nun wird das Kommando der Feuerwehr Türkheim Gespräche mit dem Rettungszweckverband Donau-Iller und den Rettungsdienstleitern aus dem Unterallgäu führen. Die Feuerwehr will nicht in Konkurrenz mit dem Rettungsdienst treten, sondern vielmehr gemeinsam mit den Kräften von BRK, MHD, JUH, ASB die Qualität in der Erstversorgung der Erkrankten und Verletzten steigern.

Man darf davon ausgehen, dass im zweiten Quartal 2014, der First-Responder Türkheim mit Fahrzeug und Ausrüstung in Betrieb genommen werden kann.


 

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