Tiefschlag für die Indians: 4 : 5-Niederlage nach 3-Tore-Führung gegen Moosburg

ECDC Memmingen + 26.12.2012 + 12-3002

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Bitterer geht’s nicht: Eishockey-Bayernligist ECDC Memmingen hat auch sein zweites Weihnachts-Heimspiel gegen den EV Moosburg mit 4  :5 verloren. Vor erneut über 1.000 Zuschauern reichte den Indians eine eigentlich komfortable 3 : 0-Führung nicht. Im letzten Spielabschnitt drehten die Gäste die Partie in nur 175 Sekunden und kamen zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg. Für die Memminger wird es im Kampf um die Meisterrunde jetzt noch einmal eng, der Vorsprung auf Tabellenplatz elf ist auf fünf Punkte zusammengeschmolzen.

Viele leere Gesichter und Fassungslosigkeit – nach 60 denkwürdigen Minuten herrschte Schockstarre am Memminger Hühnerberg. Zwei Drittel lang hatten die Indians gegen die Oberbayern prima Eishockey gezeigt und alle taktischen Anweisungen des Trainergespanns in die Tat umgesetzt. Das Resultat: Eine 3:0-Führung – und selbst Gästetrainer Klaus Feistl gestand nach dem Spiel, dass er eigentlich nicht mehr mit einem Sieg seiner Mannschaft gerechnet hätte. Doch der Reihe nach: Der ECDC begann die Partie mit Martin Niemz im Tor, auf der Bank saß als Ersatz für den verletzten Alex Reichelmeir erstmalig Jennifer Harß. Nachdem sich der ESV Königsbrunn vom Spielbetrieb abgemeldet hatte, ist die deutsche Nationaltorhüterin nun für die Frauen-Bundesliga-Mannschaft der Indians spielberechtigt und kann damit auch bei den Männern eingesetzt werden. Vom ersten Bully weg zeigten die Hausherren, dass sie mit Kampf und Biss die Punkte in Memmingen behalten wollten. In der 13. Minute wurde das Team erstmalig belohnt: Brit Ouellette brachte die Rot-Weißen nach schönem Zusammenspiel mit Markus Kerber 1:0 in Führung. Und keine halbe Minute später war der Doppelschlag perfekt, als Ronny Zientek auf 2:0 erhöhte, was zugleich den ersten Pausenstand markierte.

Es folgte ein Blitzstart in den zweiten Abschnitt: Nach nur 36 Sekunden war der Puck zum dritten Mal im Gästetor. Torschütze war Maximilian Merkle auf Zuspiel von David Vycichlo. Die Moosburger Tormaschinerie hatten die Indians gut im Griff. Memmingen war die spielbestimmende Mannschaft und hätte das Ergebnis noch weiter erhöhen können – ja sogar müssen, wie sich später zeigen sollte. Eine kuriose Szene mit Folgen gab es kurz vor Ende des Drittels. ECDC-Goalie Niemz hatte einen Pfiff missinterpretiert und fuhr aus seinem Gehäuse in Richtung Spielerbank. Weil er dabei ohne Genehmigung des Schiedsrichters die Mittelllinie überquerte, drohte dem ECDC eine zweiminütige Strafe, die nur zu verhindern war, indem das Trainergespann Koch/Tenschert eine Auszeit nahm. Trotz allem gingen wohl die meisten der 1028 Zuschauer guten Mutes in die letzte Drittelpause – zu sehr hatten die Indians die Gäste bis zu diesem Zeitpunkt im Griff.

Doch ein „Sonntagsschuss“ in den Torwinkel – so sah es auch Gästetrainer Feistl – erweckte die Moosburger nach nur 47 Sekunden im letzten Abschnitt wieder zum Leben. Das Spiel war nun ausgeglichener und beide Teams kamen zu guten Torchancen. 9 Minuten vor Ende stand es weiterhin 3:1, als die entscheidenden 175 Sekunden des Spiels begannen. In genau dieser Zeit drehten die Gäste den Spielstand von 3:1 in ein 3:5. Was war passiert? Zuerst traf Alexander Feistl eiskalt zum 3:2 in Überzahl, in derselben Minute gelang Alexander Popp noch das 3:3. Memmingen kurzzeitig geschockt – erst recht, als in der Folge ECDC-Stürmer Alexander Krafczyk etwas übermotiviert einstieg und eine Spieldauerstrafe wegen Ellenbogenchecks kassierte. Und es kam, was kommen musste: Der EVM nutzte die fünfminütige Überzahl zum nächsten Doppelschlag: Eric Dylla und Florian Fischer stellten das Ergebnis auf 3:5. Den Indians blieben knappe 6 Minuten, um darauf eine Antwort zu finden. Zwar gelang Sven Schirrmacher in der 57. Minute das 4:5, doch auch in einer 6 gegen 4 Überzahl in den letzten 90 Sekunden wollte der Ausgleich trotz aller Bemühungen und sich ergebender Chancen nicht mehr fallen, auch eine Auszeit konnten die Memminger nun nicht mehr nehmen.

Es bleibt die bittere Erkenntnis im Lager der Rot-Weißen, dass zwei überlegen geführte Drittel nicht zum Sieg reichten, weil man einfach den „Sack nicht zumachte“ und in den letzten zehn Minuten völlig die Ordnung verlor. Jetzt heißt es für Fans, Trainer und Team noch enger zusammenzurücken, um aus diesem Negativerlebnis gestärkt hervorzugehen. In der Bayernliga ist von Platz vier bis elf inzwischen alles so eng zusammengerückt, dass die Indians baldmöglich wieder in die Spur finden müssen. Die nächste Chance auf 3 Punkte gibt es am bereits Sonntag beim letzten Spiel des Jahres in Waldkraiburg (Spielbeginn 17.15 Uhr).


 

ECDC Memmingen : EV Moosburg

4 : 5  (2:0/ 1:0/ 1:5)

 

Tore:

1.Dr.:

1:0 (12:32) Ouellette (Kerber, Zimmermann) 5-4

2:0 (13:01) Zientek (Börner)

 

2.Dr.

3:0 (20:36) Merkle (Vycichlo)

 

3.Dr.

3:1 (40:47) Popp (Fischer, Harrer)

3:2 (51:14) Feistl (Waitl, Mayer) 5-4

3:3 (51:42) Popp (Fengler, Daffner)

3:4 (53:47) Dylla (Popp, Daffner) 5-4

3:5 (54:09) Fischer (Harrer, Feistl) 5-4

4:5 (56:53) Schirrmacher (Ouellette, Kerber)

 

Strafminuten:  ECDC – 12 + 5 + SD (Krafczyk);  EVM – 12 + 10 +10 (Oswald)

Zuschauer: 1028

 

So spielten die Indians:

Niemz (ab 60:00) – Harß – Stotz – Hoffmann – Just – Neumann – Schirrmacher – Jainz – Aschenbrenner – Merkle – Zientek – Becker – Börner – Ouellette – Kerber – Simon – Vycichlo – Zimmermann – Krafczyk


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