ThyssenKrupp-Chef mahnt mehr Geld für Flüchtlinge an

Essen (dts Nachrichtenagentur) – ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger fordert die Bundesregierung auf, mehr Geld für die Bewältigung der Flüchtlingskrise bereitzustellen. „Bei der aktuellen Flüchtlingszahl müssen wir noch deutlich mehr Geld in die Hand nehmen, um notwendige Strukturen zu schaffen“, sagte Hiesinger der „Welt am Sonntag“ (3. Januar 2016). „Aktuell überlasten wir die Kommunen und die vielen Helfer. Das ist gefährlich.“

Aus dieser Überforderung heraus könne in der Bevölkerung schnell eine Stimmung entstehen, bei der sich Toleranz und Offenheit in Ablehnung und Vorbehalte umwandeln. Zusätzliche Mittel müssen aus Sicht des Spitzenmanagers in kommunale Strukturen fließen – „um den Städten und Gemeinden zu zeigen, dass man sie nicht alleine lässt.“ Zum anderen seien konkrete Angebote und Hilfen für die Flüchtlinge nötig – und zwar zusätzliche Angebote. „Die Unterstützung darf nicht zulasten anderer sozialer Gruppen gehen, etwa bei günstigem Wohnraum, sozialer Versorgung oder bei der Bildung. Es ist aus meiner Sicht ganz entscheidend, dass bestehende Angebote wegen des Flüchtlingsansturms nicht eingeschränkt werden. Das würde den Menschen Sicherheit nehmen und einer Neiddebatte Raum öffnen.“ Hiesinger zeigt sich dabei zuversichtlich, dass die Bundesregierung bei der Bewältigung des Flüchtlingsansturms Erfolge erzielt. „Die Politik war sicherlich überrascht und zeitweise überfordert. Die Fortschritte sind aber beachtenswert.“ Jetzt müsse es schnellere Asylverfahren geben und entscheidend investiert werden.

Flüchtlinge in einer
Foto: Flüchtlinge in einer „Zeltstadt“, über dts Nachrichtenagentur