The-Who-Gitarrist Townshend: Überrascht, wie gut ich noch bin

Berlin – The-Who-Gitarrist Pete Townshend feiert das 50. Bestehen seiner Band mit einer Tournee, die im November in Dublin beginnt und zunächst durch Irland und Großbritannien führt: „Heutzutage bin ich immer überrascht, wenn ich merke, wie gut ich da oben auf der Bühne noch bin. Ich weiß, dass ich nicht der größte Gitarrist der Welt bin“, sagte Townshend der „Welt am Sonntag“. „Meine Arbeit besteht immer noch aus Getöse, Wutgeheul und Show.“

Es sei „ein bisschen so, als würde ich vorgeben, Flamenco zu beherrschen, ohne in der Lage zu sein, es wirklich durchzuziehen. Genau das ist mein Kampf auf der Bühne; dass ich versuche, etwas Großes zu bieten.“ Sein Publikum sehe ihm immer noch zu, wie er wachse, sich steigere. Zu den Rolling Stones, die schon seit eineinhalb Jahren auf einer Welt-Tour ihr 50-järhiges Bestehen feiern, empfinde er keine Rivalität. „Ich bin ein großer Stones-Fan. Obwohl wir sehr unterschiedlich sind, gab es immer diese friedliche Koexistenz – das fiel uns irgendwie sehr leicht. Sie sind inzwischen alle gute Freunde von mir“, sagte Townshend. „Wir sind jetzt schon so lange gemeinsam durch die Rock-Geschichte gereist. Aber die Stones werden für mich immer etwas Besonderes sein. Sie kommen mir erhabener, ja überlegen vor. Das war schon immer so.“ Townshend äußerte sich auch zur Digitalisierung, zu iPads und iPhones und deren Auswirkung nicht nur auf die Musik-Industrie. „Das Tückische an der gegenwärtigen Situation ist, dass uns diese Gadgets das Gefühl geben, dass wir alle schon deshalb kreative Menschen sind, weil wir diese Dinger benutzen. Weil man auf diesen Tablets und anderen Geräten so viel machen kann“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Wir stecken mittendrin in einer riesigen Umwälzung, deren Ende noch nicht absehbar ist.“

Über dts Nachrichtenagentur

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